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Rekorddürre, sinkende Pegel und ein offener Renaturierungsplan: Österreichs Umweltpolitik unter Druck

Redaktionelle Szene zum Thema „Rekorddürre, sinkende Pegel und ein offener Renaturierungsplan: Österreichs Umweltpolitik unter Druck“

Österreich hat in diesem Frühjahr das trockenste seit Beginn der Messungen erlebt, während zugleich die Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes stockt. Laut Geosphere Austria fiel seit März rund halb so viel Niederschlag wie im Schnitt der Jahre 1991 bis 2020. Für Landwirtschaft, Grundwasser und Flüsse hat das spürbare Folgen: Vertrocknete Böden, sinkende Pegel und steigender Druck auf eine Politik, die beim Schutz von Wasser und Natur zugleich konkrete Pläne und Geldquellen liefern soll.

Die Trockenheit trifft ein Land, das sich beim Umgang mit seinen Gewässern und Naturräumen ohnehin unter Zugzwang befindet. Nach einer Auswertung von Greenpeace lagen zuletzt 86 Prozent der 224 Grundwasser-Messstellen in Österreich auf einem niedrigen oder sehr niedrigen Niveau. Auch bei den Flüssen ist das Bild angespannt: An neun von zehn Messstellen wurden niedrige bis sehr niedrige Wasserstände registriert. Für Betriebe in der Landwirtschaft bedeutet das ein erhöhtes Risiko für Ernteausfälle, vor allem dort, wo Bewässerung kaum oder nur teuer möglich ist.

Die Entwicklung verschärft auch die Debatte über Österreichs Renaturierungsplan. Mit dem EU-Gesetz sollen beschädigte Ökosysteme wiederhergestellt werden, doch bei der nationalen Umsetzung fehlt es weiter an Klarheit. Offen ist vor allem, wie die nötigen Maßnahmen finanziert werden sollen. Gerade in einem Jahr mit Rekorddürre zeigt sich, wie eng Naturschutz, Wasserwirtschaft und Standortpolitik miteinander verbunden sind: Wenn Böden austrocknen und Grundwasserstände sinken, steigen die Kosten für Landwirtschaft, Infrastruktur und öffentliche Versorgung.

Die fachliche Richtung ist dabei seit langem vorgegeben. Mit jedem Grad zusätzlicher Erwärmung nimmt das Risiko für extreme Trockenheit ebenso zu wie die Wahrscheinlichkeit von Starkregenereignissen. Österreich steht damit vor einer Doppelaufgabe: Einerseits müssen Wasserreserven und landwirtschaftliche Strukturen robuster werden, andererseits braucht es für die Renaturierung belastbare Finanzierungsmodelle und klare Zuständigkeiten. Genau daran hapert es bisher.

Dass andere Staaten schneller vorankommen können, zeigt ein Blick nach Portugal. Dort werden Renaturierungsmaßnahmen stärker mit konkreten Finanzierungs- und Umsetzungsfragen verknüpft. Für Österreich ist das auch wirtschaftlich relevant: Ohne funktionsfähige Böden, stabile Grundwasserstände und widerstandsfähige Flussräume steigen die Folgekosten von Klimaschäden – für Betriebe ebenso wie für öffentliche Budgets.

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