Österreichs Wirtschaft kommt nach den Krisenjahren besser durch die Schwächephase als zuletzt befürchtet. Die Forschungsinstitute Wifo und IHS haben ihre Prognosen für 2026 und 2027 nach oben revidiert. Vor allem die Industrie hat die lange Rezession hinter sich gelassen und nimmt wieder Fahrt auf.
Nach Angaben der Institute dürfte sich die Konjunktur damit stabiler entwickeln als noch vor einigen Monaten angenommen. Für die exportorientierte Industrie ist das ein wichtiges Signal, weil sie in den vergangenen beiden Jahren besonders stark unter Energiepreisen, Inflation und der schwachen Nachfrage aus dem Ausland gelitten hatte. Nun deutet sich an, dass sich die Lage langsam entspannt.
Weniger günstig bleibt die Entwicklung beim privaten Konsum. Die Kauflaune der Haushalte erholt sich nur zögerlich, obwohl die Inflation deutlich unter den Spitzenwerten der vergangenen Jahre liegt. Belastend wirkt, dass die Reallöhne laut den neuen Prognosen leicht sinken. Damit bleibt der Spielraum für kräftigere Konsumimpulse begrenzt.
Die Einschätzung der Ökonomen fällt damit insgesamt etwas freundlicher aus als zuletzt. Die Kombination aus auslaufender Industriekrise, anziehender Produktion und weiterhin schwachem Binnenkonsum spricht für eine Wirtschaft, die sich zwar noch nicht klar auf Wachstumskurs befindet, aber widerstandsfähiger ist als im Krisenwinter erwartet.
Für die kommenden Monate wird damit vor allem entscheidend sein, ob sich die Industrie weiter erholt und ob der Konsum im Inland wieder stärker anzieht. Gerade davon hängt ab, ob Österreich die konjunkturelle Durststrecke rasch hinter sich lassen kann oder ob die Erholung nur schleppend verläuft.









