Der Boom rund um Künstliche Intelligenz treibt in Nordamerika den Bau von Rechenzentren weiter an, doch die wirtschaftlichen Aussichten bleiben unklar. Große Technologiekonzerne wie Amazon, Google und Microsoft haben im Vorjahr 450 Milliarden Dollar für Infrastruktur ausgegeben, vor allem für KI-Anwendungen. In diesem Jahr dürften die Ausgaben noch deutlich höher ausfallen.
Ob sich diese Investitionen je rechnen werden, ist offen. Der Rückfluss aus den enormen Summen, die in Server, Chips, Stromversorgung und Gebäude fließen, gilt als schwer kalkulierbar. Zugleich steigen die Umsätze mit KI-Produkten und -Diensten zwar schnell, nach Einschätzung von Marktbeobachtern aber nicht schnell genug, um die Kosten in absehbarer Zeit zu decken.
Die Dynamik erinnert an frühere Tech-Zyklen, in denen ein rascher Ausbau der Infrastruktur lange vor den Erträgen kam. Anders als bei klassischen Softwaregeschäften hängt der Erfolg von KI-Anwendungen stark davon ab, wie rasch Unternehmen und Endkunden die neuen Dienste in großem Stil nutzen. Genau daran entscheidet sich, ob die derzeitige Investitionswelle als Vorbote eines dauerhaften Geschäfts oder als teure Vorleistung in die Geschichte eingeht.
Vor allem in Nordamerika entstehen deshalb weiter neue Datenzentren. Für die Konzerne ist das ein Wettlauf um Rechenleistung und Marktanteile. Für Investoren bleibt die zentrale Frage, ob die erwarteten Erlöse mit dem Tempo des Ausbaus Schritt halten können.









