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Artensterben und Wetterextreme setzen die Ernährung unter Druck

Redaktionelle Szene zum Thema „Artensterben und Wetterextreme setzen die Ernährung unter Druck“

Der Verlust an Biodiversität und immer häufigere Wetterextreme bedrohen die Ernährung von der Feldarbeit bis ins Supermarktregal. Darauf haben Wissenschafterinnen und Unternehmer bei einem Kongress hingewiesen, der die Risiken für die Lebensmittelversorgung und die Kosten einer strengeren Nachhaltigkeit diskutierte.

Im Zentrum stand die Frage, wie stark Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion von Leistungen der Natur abhängen. Die Wirtschaftswissenschafterin Sigrid Stagl erinnerte daran, dass Bestäubung keine Rechnung schickt: „Bienen schicken keine Rechnung für die Bestäubung, deswegen vergessen wir, sie zu schützen.“ Genau diese kostenlosen Ökosystemleistungen geraten durch das Artensterben unter Druck – mit Folgen für Erträge, Preise und Versorgungssicherheit.

Folgen für Ernten, Preise und Versorgung

Nach Angaben aus der Debatte zählen Wetterextreme und Artensterben inzwischen zu den größten globalen Risiken. Für die Landwirtschaft bedeutet das gleich mehrere Belastungen: Hitze, Dürre, Starkregen und neue Schädlinge können Ernten mindern; gleichzeitig sinkt die Widerstandskraft von Böden und Kulturen, wenn Insekten, Mikroorganismen und andere Arten aus Ökosystemen verschwinden. Das erhöht auch das wirtschaftliche Risiko für Betriebe entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Besonders deutlich wurde auf dem Kongress, dass die Kosten von Nachhaltigkeit nicht nur bei Bauern liegen, sondern auch in Verarbeitung, Handel und Konsum ankommen. Wenn Betriebe auf umweltschonendere Methoden umstellen, entstehen zunächst höhere Aufwendungen. Zugleich wird sichtbar, dass die heutigen Preise vieler Lebensmittel wichtige Umweltleistungen nicht vollständig abbilden. Genau dieser Konflikt zwischen billiger Produktion und langfristiger Absicherung der Versorgung prägte die Diskussion.

Bauern, Subventionen und die Frage nach dem Preis der Transformation

Im Fokus standen auch die staatlichen Rahmenbedingungen. Bauern gelten in Europa weiterhin als zentrale Empfänger von Subventionen, zugleich sollen sie immer strengere Umwelt- und Klimavorgaben erfüllen. Die Debatte dreht sich damit um eine alte wirtschaftspolitische Frage: Wer trägt die Kosten für Schutz von Boden, Wasser, Bestäubung und Artenvielfalt – die öffentliche Hand, die Produzenten oder letztlich die Konsumenten?

Der Kongress machte deutlich, dass die Ernährungssicherheit nicht nur von Produktionsmengen abhängt, sondern von stabilen natürlichen Grundlagen. Wenn Böden verarmen, Bestäuber fehlen und Extremwetter zunimmt, wird die globale Lebensmittelversorgung anfälliger. Für Politik und Wirtschaft wächst damit der Druck, Naturschutz, Landwirtschaft und Versorgungssicherheit gemeinsam zu denken – statt sie gegeneinander auszuspielen.

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