Österreichische Ermittler haben in internationaler Zusammenarbeit wertvolle dakische Münzen und andere archäologische Funde sichergestellt und an Rumänien zurückgegeben. Innenminister Gerhard Karner übergab die Stücke bei einem Treffen mit seinem rumänischen Amtskollegen Cătălin Predoiu in Constanța am Schwarzen Meer.
Die Rückgabe steht im Zusammenhang mit dem Schutz des kulturellen Erbes Rumäniens. Nach den Angaben aus dem Umfeld der Ermittler handelt es sich um Kulturgüter aus der Zeit der Daker, jenes Volkes, das ab dem 5. Jahrhundert vor Christus im Gebiet des heutigen Rumäniens lebte. Solche Funde sind wegen ihres archäologischen und materiellen Werts seit Jahren Ziel von Raubgrabungen und Schmuggel.
Besonders nach dem Ende des Kommunismus 1989 gerieten antike Stätten in Rumänien verstärkt ins Visier von Schatzräubern. Mit Metalldetektoren wurden Goldverstecke und andere Beigaben ausfindig gemacht, die später auf dem Schwarzmarkt auftauchen konnten. Der Fall zeigt, wie eng Kulturgutfahndung, Grenzschutz und internationale Polizeiarbeit heute miteinander verbunden sind.
In Österreich ist beim Bundeskriminalamt ein eigenes Referat zur Kulturgutfahndung eingerichtet, das in solchen Fällen mit Interpol und ausländischen Behörden zusammenarbeitet. Ziel ist es, illegal verbrachte Kulturgüter zu identifizieren, sicherzustellen und an die Herkunftsländer zurückzuführen. Für Rumänien ist die Rückgabe auch ein symbolischer Erfolg beim Schutz des eigenen historischen Erbes.
Karner und Predoiu hatten sich vor wenigen Tagen in Constanța auch über Fragen des EU-Außengrenzschutzes ausgetauscht. Die Übergabe der Münze vor dem rumänischen Küstenwachenschiff „Stefan Cel Mare“ setzte dem Treffen einen sichtbaren Akzent. Die Rückgabe ist zugleich Teil einer breiteren europäischen Praxis, Kulturgüter aus Raub und illegalem Handel den Herkunftsstaaten wieder zuzuführen.









