Im Wettbewerb um zahlungskräftige Urlaubsgäste rückt Kärnten Kunst, Kultur und Kulinarik stärker in den Vordergrund. Das Bundesland setzt dabei vor allem auf den Carinthischen Sommer, die Künstlerstadt Gmünd und Slow-Food-Angebote, um sich über das klassische Bild von Seen, Bergen und Wanderwegen hinaus zu positionieren.
Der Gedanke dahinter ist wirtschaftlich klar: Wer längere Aufenthalte, höhere Ausgaben und anspruchsvollere Gäste anziehen will, muss zusätzliche Anreize bieten. Kultur gilt dabei nicht mehr nur als ergänzendes Freizeitangebot, sondern zunehmend als Teil der touristischen Wertschöpfung. Für Kärnten ist das relevant, weil das südlichste Bundesland im harten Wettbewerb mit anderen Alpen- und Seenregionen steht.
Ein Beispiel ist der Carinthische Sommer, eines der profiliertesten Musikfestivals im Land. Solche Veranstaltungen bringen nicht nur Besucherinnen und Besucher nach Kärnten, sondern sorgen auch für Nächtigungen, Gastronomie-Umsätze und indirekte Effekte für Handel und Dienstleister. Ähnlich wirkt die Künstlerstadt Gmünd, die sich seit Jahren als Ort für bildende Kunst etabliert hat und damit eine andere, kulturorientierte Zielgruppe anspricht als der klassische Sommertourismus.
In Gmünd zeigt sich, wie sich Kultur auch räumlich und wirtschaftlich auswirkt: Das Haus des Staunens, ein früheres Spital und späteres Altersheim, wurde behutsam umgebaut und beherbergt heute ein Museum, das sich den menschlichen Sinnen widmet. Solche Projekte verlängern die Saison, stärken die regionale Identität und schaffen Angebote, die auch außerhalb der Hauptreisezeit funktionieren.
Hinzu kommen Slow-Food-Initiativen, mit denen Kärnten auch kulinarisch ein Profil aufbaut. Gerade im Premiumsegment zählt nicht mehr nur die Landschaft, sondern das Gesamtpaket aus Erlebnis, Qualität und Regionalität. Für Tourismusbetriebe und Regionen kann das den Unterschied machen, wenn klassische Naturargumente allein nicht mehr ausreichen.
Kärnten versucht damit, seine touristische Marke breiter aufzustellen. Kultur wird zum Teil einer wirtschaftlichen Strategie, die Gäste mit höherer Zahlungsbereitschaft ansprechen und das Land im Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit und Wertschöpfung besser positionieren soll.









