Der Investor Jeremy Grantham rät Anlegern derzeit davon ab, US-Aktien zu halten, und warnt vor einer möglichen Blase rund um Künstliche Intelligenz. Der 87-jährige Mitgründer der Vermögensverwaltung GMO, der mit frühen Warnungen vor der Dotcom-Blase und der Finanzkrise bekannt wurde, hält nach eigenen Aussagen einen massiven Einbruch an den Märkten für möglich.
Grantham verwies dabei auf eine aus seiner Sicht historische Überhitzung im Technologiesektor. Nach dem Auf und Ab bei SpaceX würden noch in diesem oder spätestens im nächsten Jahr die Börsengänge von Anthropic und OpenAI anstehen, hieß es aus seinem Umfeld beziehungsweise in der jüngsten Einordnung. Solche Erwartungen sind für ihn ein weiteres Zeichen, dass die KI-Euphorie bereits weit gediehen ist.
Der Veteran unter den Wall-Street-Strategen ist seit Jahrzehnten für pointierte Warnungen bekannt. Schon vor dem Platzen der Dotcom-Blase hatte er auf überzogene Bewertungen hingewiesen, später auch vor den Risiken vor der Finanzkrise 2008. Seine jüngste Botschaft knüpft an dieses Muster an: Wer jetzt auf US-Titel setze, bewege sich aus seiner Sicht in einem Markt mit erheblichem Rückschlagpotenzial.
Der Hintergrund seiner Skepsis ist vor allem die starke Konzentration vieler großer US-Indizes auf wenige Technologiewerte. Gerade rund um KI-Unternehmen und deren Zulieferer haben sich die Bewertungen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Grantham sieht darin die Gefahr, dass Erwartungen und wirtschaftliche Realität auseinanderlaufen könnten.
Für Anleger ist die Warnung auch deshalb relevant, weil die US-Börsen die globalen Märkte zuletzt maßgeblich getragen haben. Kommt es dort zu einer abrupten Korrektur, hätte das nicht nur Folgen für amerikanische Investoren, sondern auch für internationale Portfolios mit hohem US-Anteil. Granthams drastische Sprache ist damit weniger eine Randnotiz als ein weiterer Hinweis auf die wachsende Nervosität an den Märkten.









