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Große Onlinehändler reagieren auf EU-Zoll auf Kleinsendungen mit neuen Lieferketten

Redaktionelle Szene zum Thema „Große Onlinehändler reagieren auf EU-Zoll auf Kleinsendungen mit neuen Lieferketten“

Große Onlinehändler aus Nicht-EU-Ländern haben ihre Lieferketten umgestellt, um die seit 1. Juli geltende EU-Abgabe von drei Euro auf Kleinsendungen zu umgehen oder zu verringern. Betroffen sind Pakete mit einem Bestellwert bis 150 Euro, mit denen vor allem Billigimporte aus China eingedämmt werden sollten. Statt viele einzelne Sendungen direkt in die EU zu schicken, führen Händler ihre Waren nach der Umstellung verstärkt gesammelt ein.

Die Maßnahme war als Gegenmittel gegen das schiere Volumen an Kleinsendungen gedacht, das den europäischen Zoll- und Paketverkehr seit Jahren belastet. Wenn Waren gebündelt in größeren Chargen in die EU kommen, sinkt zwar der administrative Aufwand pro Einzelpaket, die Belastung für die Händler bleibt aber deutlich geringer als bei vielen kleinen Sendungen, für die die neue Abgabe anfällt.

Billigwarenmarkt passt sich rasch an

Der Schritt zeigt, wie schnell sich große Onlineplattformen und Händler auf neue Zollregeln einstellen. Gerade im grenzüberschreitenden E-Commerce werden Lieferketten häufig so organisiert, dass Kosten und Abgaben möglichst niedrig bleiben. Für die EU ist das heikel: Die Abgabe soll nicht nur Einnahmen bringen, sondern auch einen Teil der massenhaften Kleinsendungen bremsen, die durch Plattformen mit Direktversand aus Drittstaaten in den Binnenmarkt gelangen.

Für Konsumentinnen und Konsumenten kann das je nach Händler und Versandmodell unterschiedliche Folgen haben. Während einzelne, direkt verschickte Kleinsendungen stärker belastet werden, könnten gebündelte Lieferungen über Zwischenlager oder europäische Distributionszentren im Handel neue Standards setzen. Genau diese Verschiebung ist nun offenbar bereits zu beobachten.

Die Entwicklung zeigt zugleich ein bekanntes Muster im Onlinehandel: Sobald Abgaben oder neue Regeln eingeführt werden, reagieren große Anbieter oft rasch mit logistischer Anpassung. Für die EU dürfte damit die praktische Wirkung der neuen Zollregel zum Lackmustest werden – ob sie das Paketaufkommen tatsächlich spürbar reduziert oder vor allem neue Umgehungswege im Liefernetzwerk auslöst.

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