Bill Gates ist in neu veröffentlichten Unterlagen aus dem Umfeld des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein mit dem Vorwurf konfrontiert worden, wegen angeblicher Affären erpresst worden zu sein. In den Akten findet sich ein Entwurf einer E-Mail, in dem von solchen Beziehungen die Rede ist. Gates hat nach früheren Angaben bestritten, von Epsteins Verbrechen gewusst zu haben.
Die Dokumente gehören zu einem weiteren Konvolut an Papieren, die im Zuge der seit Jahren andauernden Aufarbeitung des Epstein-Netzwerks veröffentlicht wurden. Darin tauchen immer wieder Namen prominenter Persönlichkeiten auf, die mit Epstein in Verbindung standen. Die nun bekanntgewordene Passage betrifft den Microsoft-Mitgründer direkt, belegt aber nach bisherigem Stand nicht die behaupteten Affären.
Gates hatte Epstein über mehrere Jahre getroffen, was schon früher Fragen ausgelöst hatte. Der Unternehmer selbst erklärte in der Vergangenheit, der Kontakt sei ein Fehler gewesen. Die jetzt publik gewordenen Unterlagen geben der Debatte neue Nahrung, weil sie den Eindruck eines möglichen Erpressungsversuchs mit privatem Material nahelegen.
Epstein, der 2019 in einer New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden wurde, hatte über Jahre ein weit verzweigtes Netzwerk aus Kontakten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aufgebaut. Die Veröffentlichung von Akten und E-Mails aus seinem Umfeld wirft regelmäßig neue Fragen darüber auf, welche Informationen über prominente Bekannte vorhanden waren und wie diese verwendet wurden. Im Fall Gates bleibt vorerst offen, wer die behaupteten Vorwürfe in der E-Mail-Entwurf formulierte und auf welche Grundlage sie sich stützten.
Für Gates kommt der Vorgang zu einem Zeitpunkt, an dem seine Rolle im Umfeld Epsteins ohnehin immer wieder öffentlich thematisiert wird. Dass sein Name nun erneut in Zusammenhang mit möglichen Erpressungsversuchen auftaucht, dürfte die Diskussion über die Verbindungen einflussreicher Männer zu Epstein weiter anheizen.









