Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Rumänien fährt wegen Niedrigwassers an der Donau Atomreaktor herunter

Redaktionelle Szene zum Thema „Rumänien fährt wegen Niedrigwassers an der Donau Atomreaktor herunter“

Rumänien fährt ab Dienstag einen seiner beiden Reaktoren im Atomkraftwerk Cernavodă herunter, weil der Wasserstand der Donau ungewöhnlich niedrig ist. Das Energieministerium in Bukarest teilte mit, die Maßnahme solle die Kühlsysteme schützen. Nach Angaben des Ressorts liegt der Pegel des Flusses auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren.

Betroffen ist der staatliche Betreiber Nuclearelectrica, der in Cernavodă zwei Reaktoren mit jeweils 706 Megawatt Leistung betreibt. Zusammen liefern sie rund ein Fünftel des rumänischen Stroms. Die vorsorgliche Abschaltung eines Blocks kann daher spürbare Auswirkungen auf die Stromerzeugung haben, auch wenn der zweite Reaktor weiterläuft.

Die Donau ist für den Betrieb des Kraftwerks zentral, weil das Wasser für die Kühlung benötigt wird. Sinkt der Pegel zu stark, steigt das Risiko, dass die Anlage nicht mehr mit der nötigen Menge an Kühlwasser versorgt werden kann. In solchen Fällen greifen Betreiber üblicherweise zu technischen Schutzmaßnahmen oder reduzieren die Leistung der Reaktoren.

Rumänien erlebt wie andere Länder in Südosteuropa immer wieder Phasen großer Hitze und Trockenheit, die Flüsse und Stauseen belasten. Niedrige Wasserstände an der Donau können nicht nur die Energieproduktion beeinträchtigen, sondern auch Schifffahrt und Industrie treffen. Für den größten Fluss der Europäischen Union ist das heuer besonders deutlich sichtbar.

Diesen Artikel teilen