Im Südwesten Frankreichs erschwert ein außergewöhnlich seltenes Brandphänomen die Löscharbeiten massiv: Erstmals ist dort ein Feuersturm mit eigenem Wettersystem aufgetreten. Nach Angaben der Feuerwehr heizt sich der Brand dabei so stark auf, dass er seine eigene Luftzirkulation erzeugt und damit die Feuerbekämpfung zusätzlich anfachen kann.
Betroffen sind Waldbrände in einer Region, in der die Einsatzkräfte ohnehin seit Tagen gegen hohe Temperaturen, Trockenheit und schwierige Bedingungen ankämpfen. Der Feuersturm macht das Vorgehen am Boden deutlich riskanter, weil sich das Feuer in kurzer Zeit unberechenbar ausbreiten kann. Solche Phänomene wurden bisher vor allem bei extremen Großbränden in Australien und Kanada sowie bei Vulkanausbrüchen beobachtet.
Nach Feuerwehrangaben ist das Auftreten eines solchen Feuersturms in Frankreich eine Premiere. Für die Einsatzkräfte bedeutet das vor allem, dass herkömmliche Löschstrategien an ihre Grenzen stoßen. Wenn ein Brand ein eigenes Wettersystem entwickelt, entstehen starke Aufwinde und Winde, die Glut und Flammen immer wieder neu anfachen können.
Waldbrände im Süden und Südwesten Frankreichs haben in den vergangenen Jahren wiederholt gezeigt, wie verletzlich Regionen mit ausgetrockneter Vegetation sind. In Kombination mit Hitze und Wind können sich Brände dann binnen kurzer Zeit zu Großlagen entwickeln. Der aktuelle Fall gilt als besonders heikel, weil der Feuersturm die Brandbekämpfung nicht nur verlangsamt, sondern aktiv gegen die Einsatzkräfte arbeitet.
Feuerstürme zählen zu den seltensten und gefährlichsten Begleiterscheinungen großer Brände. Dass ein solches System nun in Frankreich auftritt, unterstreicht die Wucht des Brandgeschehens und die außergewöhnlichen Bedingungen, unter denen die Feuerwehr derzeit arbeitet.









