Wer ab 1. Juli bei Plattformen wie Temu oder Shein bestellt, muss in Österreich mit zusätzlichen Kosten rechnen: Für Kleinsendungen aus Drittstaaten fällt dann eine pauschale Zollgebühr von drei Euro an. Gleichzeitig endet die bisherige Freigrenze von 150 Euro für Online-Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern.
Betroffen sind damit vor allem günstige Direktimporte aus China und anderen Drittstaaten, die in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen haben. Gerade bei Waren mit niedrigem Einzelwert war die bisherige Regel ein Vorteil für Händler außerhalb der EU. Mit der neuen Abgabe verteuern sich besonders Billigprodukte, bei denen drei Euro einen spürbaren Anteil am Kaufpreis ausmachen können.
Was sich konkret ändert
Bisher konnten Sendungen unter einem Warenwert von 150 Euro zollfrei in die EU eingeführt werden. Diese Schwelle entfällt nun für Kleinsendungen. Stattdessen wird eine pauschale Zollabgabe eingehoben. Die Maßnahme soll nach den bisherigen Angaben vor allem den massenhaften Import sehr günstiger Pakete erfassen, die über Online-Marktplätze direkt an Konsumentinnen und Konsumenten verschickt werden.
Für Käuferinnen und Käufer heißt das: Der Endpreis im Onlinekorb kann künftig höher ausfallen als der beworbene Warenpreis. Neben der Zollgebühr können weiterhin auch andere Abgaben und Gebühren anfallen, je nachdem, wie eine Bestellung deklariert und abgewickelt wird. Wer häufig Kleinstbestellungen tätigt, wird die Änderung daher besonders deutlich spüren.
Druck auf Billigplattformen wächst
Die Regelung trifft Plattformen, die mit sehr niedrigen Preisen und großen Versandmengen arbeiten, besonders stark. Temu und Shein zählen in Europa zu den bekanntesten Anbietern dieses Geschäftsmodells. Für sie wird der bislang günstige Zugang zum Markt etwas weniger attraktiv, weil die Preisvorteile bei Kleinbestellungen schrumpfen.
Aus Sicht der EU und der Mitgliedstaaten geht es dabei auch um fairere Wettbewerbsbedingungen. Europäische Händler verweisen seit längerem darauf, dass sie bei Steuern, Abgaben und Kontrollen strengeren Regeln unterliegen als viele Direktimporte aus Drittstaaten. Die neue Gebühr soll diese Schieflage zumindest teilweise verringern.
Für Konsumentinnen und Konsumenten bleibt der Onlineeinkauf aus Drittstaaten zwar möglich, er wird aber ab Juli in vielen Fällen etwas teurer. Vor allem bei sehr billigen Artikeln dürfte sich der Preisvorteil gegenüber europäischen Anbietern dadurch weiter verkleinern.









