Österreichs Gesundheitssystem kostet den Staat immer mehr Geld, doch einfache Sparrezepte greifen kaum. Neue Analysen zeigen, dass eine Bremse bei Ärztehonoraren oder höhere Selbstbehalte kurzfristig nur begrenzt Wirkung hätten. Wer die Ausgaben rasch drücken will, muss daher an heiklere Stellschrauben als bloß an der Strukturreform drehen.
Im vergangenen Jahr flossen laut den vorliegenden Daten 50,5 Milliarden Euro aus öffentlicher Hand in die Gesundheitsversorgung. Seit 1995 ist der Anteil der Gesundheitsausgaben an den gesamten Staatsausgaben von zwölf auf 17,2 Prozent gestiegen. Nach dem pandemiebedingten Sprung setzt sich der Trend nach den Prognosen des Fiskalrates weiter fort.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem höhere Ausgaben für medizinische Behandlungen und steigende Ärztegehälter. Zusätzlich sorgt die alternde Bevölkerung dafür, dass mehr Leistungen nachgefragt werden. Damit wächst der Druck auf Bund, Länder und Sozialversicherung, die Finanzierung des Systems neu zu ordnen.
In der politischen Debatte stehen dennoch oft strukturelle Reformen im Mittelpunkt: Zuständigkeiten zwischen den Trägern, Abläufe in Spitälern, die Rolle der Kassen und die Frage, wie Leistungen besser gesteuert werden können. Diese Maßnahmen gelten langfristig als notwendig, bringen aber nach den aktuellen Einschätzungen kaum sofort spürbare Einsparungen.
Gerade deshalb geraten Maßnahmen ins Blickfeld, die direkt bei den Kosten der Versorgung ansetzen. Dazu zählen eine stärkere Begrenzung von Honoraren im niedergelassenen Bereich oder höhere Selbstbehalte für Patientinnen und Patienten. Beide Instrumente könnten das System zwar entlasten, würden aber auch politisch heikle Folgen haben: Bei Honoraren geht es um die Attraktivität ärztlicher Versorgung, bei Selbstbehalten um die Frage, wer sich medizinische Leistungen künftig noch ohne zusätzliche Belastung leisten kann.
Die Debatte zeigt damit vor allem eines: Wer im Gesundheitssystem sparen will, kann nicht nur über Verwaltungsreformen sprechen. Ohne Eingriffe in sensible Bereiche wie Bezahlung, Zugang und Eigenbeteiligung wird sich der Ausgabendruck kaum rasch bremsen lassen.









