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Wiener Festwochen: Viel Debatte um Peter Thiel, wenig künstlerische Höhepunkte

Redaktionelle Szene zum Thema „Wiener Festwochen: Viel Debatte um Peter Thiel, wenig künstlerische Höhepunkte“

Die Wiener Festwochen sind am Sonntag zu Ende gegangen – und die diesjährige Ausgabe hat vor allem eines geliefert: reichlich Debatte über Peter Thiel, aber nur wenige künstlerische Höhepunkte. Das diskursive Umfeld rund um den US-Tech-Milliardär bestimmte über weite Strecken die Wahrnehmung des Festivals und stellte das Programm oft in den Hintergrund.

Im Zentrum stand damit erneut jene Strategie, die Intendant Milo Rau seit seinem Antritt verfolgt: gesellschaftspolitische Reibung erzeugen, Konflikte zuspitzen und Themen auf die Bühne bringen, an denen sich ein Festival öffentlich abarbeitet. Mit Formaten wie dem „Glaubenstribunal“ im Odeon setzte Rau auch heuer auf ein programmatisches Modell, das weniger auf Behaglichkeit als auf Zuspitzung und Kontroverse ausgerichtet ist.

Die Aufmerksamkeit für Peter Thiel machte die Festwochen zwar über Wochen zum Gesprächsthema, künstlerisch wurde das aber nicht überall eingelöst. Der Vorwurf, das Festival trete auf der Stelle, verweist auf eine bekannte Spannung im Haus: Die politische Debatte trägt die Marke, doch nicht jeder Abend kann diese Erwartung auch lösen. Gerade bei einem Festival, das sich selbst als Ort des Eingriffs und der Intervention versteht, fällt der Maßstab hoch aus.

Raus Ansatz, Grenzen auszuloten und Tabus anzugehen, hat den Wiener Festwochen zwar ein klares Profil gegeben. Gleichzeitig zeigt die heurige Ausgabe, dass das öffentliche Echo nicht automatisch mit künstlerischer Durchschlagskraft gleichzusetzen ist. Wer das Festival besucht, erlebte mehr Diskurs als ästhetische Überraschung – und genau darin liegt auch die Schwäche dieser Saison.

Die Festwochen haben damit vor allem ihre Rolle als politische Bühne bestätigt. Ob das reicht, um auch im nächsten Jahr mehr als nur Streitgespräche zu produzieren, wird sich erst an der konkreten Qualität des Programms zeigen.

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