Die Vergabe geförderter Wohnungen in Wien wird ab Herbst neu organisiert. Das neue Bonussystem soll im Juli technisch hochgefahren werden, ab September gilt es dann für alle Bewerberinnen und Bewerber – vom Gemeindebau bis zu Genossenschaftswohnungen, auch für Menschen mit bestehendem Wohnticket.
Damit ändert sich ein zentraler Teil der Wiener Wohnungspolitik. Wer künftig eine geförderte Wohnung sucht, wird nicht mehr nach den bisherigen Regeln beurteilt, sondern nach einem neuen Bonuspunkte-Katalog. Die Stadt will damit die Zuteilung stärker ordnen und die verschiedenen Wohnformen in einem einheitlicheren System zusammenführen.
Geförderte Wohnungen spielen in Wien eine besondere Rolle. Die Stadt verfügt im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen über einen sehr großen gemeinnützigen Wohnungsmarkt. Gemeindebauten und geförderte Genossenschaftswohnungen sind deshalb nicht nur sozialpolitisch, sondern auch für den Mietmarkt insgesamt von Bedeutung, weil sie den Druck auf den freien Wohnungssektor dämpfen.
Dass auch bestehende Wohntickets in das neue System einbezogen werden, ist für viele Wohnungssuchende relevant. Wer bereits auf eine geförderte Wohnung wartet, muss sich also auf die neuen Kriterien einstellen, sobald die Regelung vollständig greift. Die Umstellung betrifft damit nicht nur neue Interessenten, sondern auch laufende Verfahren.
Der Zeitpunkt ist für den Wiener Wohnungsmarkt heikel. Die Nachfrage nach leistbaren Wohnungen bleibt hoch, zugleich sind die Mieten am privaten Markt in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Für die Stadt ist die Neuordnung daher auch ein administrativer Versuch, die Vergabe transparenter und effizienter zu machen.
Mit dem Start im Juli und der verpflichtenden Anwendung ab September ist der Fahrplan nun fixiert. Für Wohnungssuchende in Wien bedeutet das: Wer in das System der geförderten Wohnungen einsteigen will, muss sich bald auf neue Regeln einstellen.









