Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Werdenigg verteidigt Hirschs Liedtexte als radikal

Redaktionelle Szene zum Thema „Werdenigg verteidigt Hirschs Liedtexte als radikal“

Die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg hat Ludwig Hirschs Liedkunst gegen aktuelle Kritik verteidigt. Auf Facebook bezeichnete sie die Texte des 2009 gestorbenen Austropop-Sängers als „radikal“ und schrieb, sie habe „Spuck den Schnuller aus“ einst als Befreiung aus einem Klima des Schweigens erlebt.

Ausgelöst wurde die Debatte durch Vorwürfe an alte Austropop-Songs mit aus heutiger Sicht problematischen oder inkriminierten Texten. Die Musikerin Rahel hatte dazu in einem Instagram-Video Stellung bezogen und Kritik an solchen Liedern geäußert. Werdenigg widersprach dieser Sicht nun öffentlich und verwies darauf, dass Texte je nach Generation unterschiedlich gelesen würden.

In ihrem Beitrag machte die frühere Spitzensportlerin deutlich, dass sie Hirschs Sprache nicht als bloße Provokation verstehe. Gerade die Härte und Unversöhnlichkeit seiner Lieder habe für sie eine befreiende Wirkung gehabt. Damit stellte sie sich gegen die Einordnung, wonach solche Texte heute nur noch als problematisch zu bewerten seien.

Werdenigg sprach dabei auch über den Wandel der Wahrnehmung über die Jahrzehnte hinweg. Was in einer früheren gesellschaftlichen Atmosphäre als Ausdruck von Aufbegehren oder Befreiung verstanden worden sei, werde heute mit anderen Maßstäben gelesen. Ihre Wortmeldung fügt der Diskussion um den Umgang mit älterem Austropop eine neue Perspektive hinzu: nicht nur die Texte selbst, sondern auch ihr historischer und persönlicher Rezeptionsrahmen seien Teil der Debatte.

Ludwig Hirsch, einer der markantesten Liedermacher des österreichischen Austropop, war für düstere, oft drastische Bilder bekannt. Werdeniggs Reaktion reiht sich damit in eine breiter geführte Auseinandersetzung über Sprache, Zeitgeist und die Frage ein, wie Kunstwerke aus früheren Jahrzehnten heute beurteilt werden sollen.

Diesen Artikel teilen