Der VW-Betriebsrat wirft der Konzernspitze vor, die Belegschaft trotz gravierender Einschnitte nicht offiziell informiert zu haben. Nach Angaben des Gremiums habe Konzernchef Oliver Blume am Freitag das Management über Details zu einem wahrscheinlichen Aus für deutsche Fabriken sowie zu einem deutlich ausgeweiteten Stellenabbauziel unterrichtet, während die Beschäftigten weiter auf eine offizielle Mitteilung warteten.
Die Kritik fiel am Samstag nach dem Auslaufen eines Ultimatums an die Konzernführung. Aus Sicht des Betriebsrats hat das Vorgehen das Vertrauen in der Belegschaft weiter beschädigt. Der Vorwurf zielt vor allem darauf, dass über die möglichen Folgen für Standorte und Arbeitsplätze offenbar zunächst im Führungskreis gesprochen wurde, nicht aber mit den Beschäftigten selbst.
Im Raum steht ein Stellenabbau in einer Größenordnung von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen weltweit. Damit verschärft sich der Druck auf Europas größten Autobauer, der seit Monaten mit schwächerer Nachfrage, Kostendruck und dem teuren Umbau hin zur Elektromobilität ringt. Für die Belegschaft in Deutschland wäre ein mögliches Ende von Fabriken ein besonders harter Einschnitt, weil davon nicht nur Jobs, sondern auch industrielle Strukturen an einzelnen Standorten betroffen wären.
Der Konflikt kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Volkswagen ohnehin unter erheblicher wirtschaftlicher Belastung steht. Der Konzern hatte zuletzt immer wieder auf den Bedarf hingewiesen, die Kostenbasis zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Für die Arbeitnehmerseite ist die Frage, ob und wie tief der Konzern in die Produktion und die Beschäftigung eingreifen will, damit zu einer zentralen Standort- und Vertrauensfrage geworden.









