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Volksoper scheitert mit neuer „Hoffmanns Erzählungen“-Produktion

Redaktionelle Szene zum Thema „Volksoper scheitert mit neuer „Hoffmanns Erzählungen“-Produktion“

Die Volksoper Wien hat mit einer neuen Produktion von Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ einen Abend vorgelegt, der musikalisch und szenisch kaum überzeugt. Im Zentrum steht Attilio Glaser als Hoffmann, der sich mit einer monströsen Schlafaugenpuppe als Olympia auseinandersetzen muss. Stimmlich bleiben in der Produktion nach den vorliegenden Eindrücken fast alle Wünsche offen.

Offenbachs Oper gehört zu den bekanntesten Werken des französischen Komponisten und lebt von einer Mischung aus Witz, Leichtigkeit und bitterer Melancholie. Gerade an einem Haus wie der Volksoper, das sich regelmäßig zwischen Operette, Oper und Musiktheater bewegt, sind an eine solche Neuinterpretation hohe Erwartungen geknüpft. Die aktuelle Inszenierung setzt jedoch offenbar weniger auf musikalische Klarheit als auf grelle Effekte und eine auffällige Optik.

Der Abend am Währinger Gürtel beginnt schon vor dem eigentlichen Theatererlebnis mit einer eigentümlichen Ruhe. Wer kurz vor Vorstellungsbeginn das Haus verlässt, trifft auf milde Luft, Licht und die gewohnte Vorplatz-Atmosphäre. Drinnen aber kippt die Stimmung schnell: Statt eines präzise gebauten Hoffmann-Abends dominiert eine Bilderwelt, die auf Überzeichnung setzt und den Kern des Werks eher verdeckt als freilegt.

Im Mittelpunkt steht Hoffmann als Figur des gescheiterten Liebenden und Erzählers. Glaser muss sich dabei gegen eine Produktion behaupten, die der Partie wenig hilft. Auch die Olympia-Szene, traditionell ein dankbarer Moment für vokale Brillanz und theatralen Witz, gerät unter dem Zugriff der Inszenierung zur Konfrontation mit einer übersteigerten Puppe, deren Wirkung vor allem auf äußere Wirkung abzielt.

Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ lebt von einer feinen Balance aus Nummernoper, Fantastik und bitterer Komik. Wenn eine Neuproduktion diese Balance verfehlt, verliert das Werk schnell seine innere Spannung. Genau diesen Eindruck hinterlässt der Abend an der Volksoper: ein greller Zugriff auf ein bekanntes Stück, der musikalisch nicht trägt und szenisch mehr auf Lärm als auf Präzision setzt.

Für die Volksoper ist das ein missglückter Auftakt mit einem Repertoiretitel, der in Wien durchaus Publikumspotenzial hat. Statt einer eigenständigen, stimmigen Deutung bleibt vor allem das Bild einer Produktion, die mit großem Aufwand antritt, aber künstlerisch kaum überzeugt.

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