Die US-Regierung hat neue Zölle auf Einfuhren aus 60 Handelspartnern angekündigt, darunter auch auf bestimmte Produkte aus der EU. Die Aufschläge liegen je nach Ware bei zehn oder 12,5 Prozent und sollen am Freitag um 6.01 Uhr MESZ in Kraft treten.
Als Begründung nannte Washington angeblich unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit. Betroffen sind demnach nicht nur europäische Lieferungen, sondern auch Waren aus einer Reihe weiterer Staaten, die von der US-Handelspolitik erfasst werden.
Mit dem Schritt verschärft die Regierung den handelspolitischen Druck auf Partnerländer und Unternehmen mit grenzüberschreitenden Lieferketten. Für Exportbetriebe in der EU kann das höhere Kosten und geringere Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt bedeuten, vor allem bei Produkten, die in die betroffenen Warengruppen fallen.
Die neuen Abgaben kommen in einer Phase, in der die transatlantischen Handelsbeziehungen ohnehin von mehreren Streitpunkten geprägt sind. Für europäische Exporteure ist vor allem entscheidend, wie breit die betroffenen Produktkategorien gefasst sind und ob es rasch Ausnahmen oder Übergangsregelungen gibt.
Die Maßnahme dürfte auch politische Reaktionen in Europa auslösen. Die EU zählt zu den wichtigsten Handelspartnern der USA; zusätzliche Zölle treffen daher nicht nur einzelne Unternehmen, sondern können sich auch auf Lieferketten und Preise auswirken.









