In Gargellen wird eine historische Trockensteinmauer an der Via Valtellina erneut saniert. An dem Abschnitt oberhalb der Gemeinde arbeiten Studierende der Universität für Bodenkultur gemeinsam mit Einheimischen an der rund 290 Meter langen Grenzmauer zwischen der Alpe Valzifenz und dem Maisäß der Familie Juen.
Die Via Valtellina ist eine jahrhundertealte Säumerroute über die Alpen, die vom Montafon über den Berninapass nach Italien führt. Entlang des Weges gibt es mehrere Trockensteinmauern, die teils durch Muren und Lawinen beschädigt wurden. Die Mauer in Gargellen gilt als besonders alt: In einem alten Kaufbrief des Anwesens wird sie laut Landwirt und Historiker Friedrich Juen bereits 1598 erwähnt, vermutlich sei sie aber noch älter. „Die Steine sind schon 500 Jahre da“, sagte Juen.
Für die Studierenden geht es bei der Arbeit nicht nur um die handwerkliche Sanierung, sondern auch um Geschichte, Ökologie und die Frage, wie solche Grenzanlagen über Jahrhunderte erhalten werden können. „Wenn man alleine davorsteht, hat man keine Ahnung. Wo fängt man an? Alles was man macht, fällt wieder zusammen“, sagte Studentin Hannah Schäder. Student Timon Kursatz verwies darauf, dass es sich zwar in erster Linie um ein Baupraktikum handle, zugleich aber auch um die ökologische Bedeutung der Mauer.
Die Sanierung findet gemeinsam mit den Älplern an vier Tagen statt. Lehrbeauftragter Stefan Locher betonte, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer praktische Bauerfahrung mitnehmen sollen. Finanziell ist das Projekt aufwendig: Rund 15.000 Euro werden für Verpflegung, Unterkunft und weitere Kosten benötigt. Damit lasse sich, so die Angaben aus dem Projekt, etwa zehn Meter Mauer sanieren.
Bludeschs Bürgermeister und Alpmeister Martin Konzet hatte die Studierenden nach früheren Projekten im Blumenegg-Gebiet nach Gargellen geholt. Nach einem Pilotversuch im Vorjahr gebe es nun die Zusage für eine langfristige Sanierung. „Solange die Studenten kommen, ist gewährleistet, dass wir weiter in dieser Art sanieren“, sagte Konzet.









