Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

„The Stories“: Austro-ägyptische Familiengeschichte kommt als Kinofilm ins Spiel

Redaktionelle Szene zum Thema „„The Stories“: Austro-ägyptische Familiengeschichte kommt als Kinofilm ins Spiel“

Mit „The Stories“ bringt der ägyptisch-österreichische Regisseur Abu Bakr Shawky die Liebesgeschichte seiner Eltern als Kinokomödie auf die Leinwand. In der Koproduktion spielt Valerie Pachner eine Villacherin namens Elisabeth, die in den 1960er-Jahren über eine Brieffreundschaft mit einer Welt jenseits Österreichs in Kontakt kommt.

Shawky erzählt damit eine Familiengeschichte, die zugleich als Culture-Clash funktioniert: Das Publikum verfolgt eine Begegnung zwischen einer jungen Frau aus der österreichischen Provinz und einem ägyptischen Umfeld, das im Film offenbar nicht nur als exotischer Schauplatz dient, sondern als Gegenraum zu den damaligen Lebensverhältnissen in Österreich. Der Fernseher wird dabei zum zentralen Bezugspunkt der Erzählung – als Fenster in eine andere Realität und als Symbol für die aufkommende mediale Vernetzung einer Vor-Internet-Zeit.

Pachner, die mit internationalen Produktionen und Festivalauftritten längst über den österreichischen Markt hinaus präsent ist, übernimmt damit erneut eine Rolle, die zwischen heimischem und internationalem Kino vermittelt. Ihre Figur Elisabeth passt in Shawkys Grundidee einer persönlichen, aber fiktionalisierten Annäherung an die eigenen familiären Wurzeln. Statt einer klassischen Biografie setzt der Regisseur auf eine romantische Erzählung mit komödiantischem Zugriff.

Der Film ordnet sich damit in eine Reihe von Arbeiten ein, die private Erinnerung, Migration und kulturelle Reibung nicht als schweres Familiendrama, sondern als erzählerische Begegnung auf Augenhöhe behandeln. Gerade für das österreichische Publikum liegt der Reiz von „The Stories“ in dieser Perspektive: Eine Geschichte, die in Ägypten verortet ist, verweist zugleich auf ein Stück österreichische Alltagswelt der 1960er-Jahre und auf die Frage, wie sich persönliche Lebenswege über Ländergrenzen hinweg verbinden.

Für Pachner ist es zudem ein weiteres Projekt mit internationalem Profil. Nach Auftritten in großen Arthouse-Produktionen und auf Festivals bleibt sie damit im Umfeld eines Kinos sichtbar, das zwischen Autorenerzählung und Publikumstauglichkeit vermittelt. „The Stories“ setzt auf genau diese Mischung: ein Film aus persönlichem Antrieb, aber mit klarer Ausrichtung auf ein breiteres Kinopublikum.

Diesen Artikel teilen