Mit The Cure hat der zweite Tag des Nova Rock im Burgenland einen stilleren, aber eindringlichen Schlusspunkt gefunden. Die britische Band um Robert Smith verwandelte das Gelände am Freitagabend für rund zwei Stunden in eine Bühne für große Melodien, dunkle Romantik und viel Wehmut – und setzte damit einen deutlichen Kontrast zu den harten Klängen, mit denen der Festivaltag begonnen hatte.
Schon am Nachmittag hatten auf der roten Bühne Six Feet Under mit brachialem Death Metal für einen kompromisslosen Auftakt gesorgt. Die tiefen Growls und das schwere Gitarrenriffing setzten den Ton für einen Tag, an dem das Nova Rock musikalisch einmal mehr seine Spannweite zeigte: von harter Extremmusik über Mainstream-Rock bis hin zu jener schwerelosen Melancholie, für die The Cure seit Jahrzehnten stehen.
Auch The Pretty Reckless und The Offspring gehörten zum Programm des zweiten Festivaltags und sorgten für zusätzliche stilistische Abwechslung. Während The Pretty Reckless den Abend mit Rock im Grenzbereich zwischen Härte und Pop-Appeal anreicherten, brachten The Offspring den gut gefüllten Platz davor auf Betriebstemperatur. Der eigentliche emotionale Schwerpunkt lag aber klar auf dem Auftritt von The Cure, die ihr Publikum mit einem Set zwischen Rückschau, Zurückhaltung und Ausbruch abholten.
Gerade für ein Festival wie das Nova Rock, das traditionell von lauten Gitarren, wuchtigen Refrains und hoher Intensität lebt, war dieser Abschluss ein bemerkenswerter Gegenentwurf. Die Band ließ Raum für langsame Spannungsbögen und für jene typischen, oft schwebenden Momente, die ihre Konzerte seit Jahren prägen. Das Burgenland bekam damit am zweiten Tag nicht nur einen der erwartbaren großen Namen des Line-ups, sondern auch einen Auftritt, der das Festivalpublikum für zwei Stunden aus dem üblichen Härte- und Lautstärkeraster holte.
Der Freitag bestätigte damit den Charakter des Nova Rock als Festival, das seine Besucherinnen und Besucher nicht nur mit Größe und Lautstärke bedient, sondern auch mit bewusst gesetzten Kontrasten. Nach dem schweren Einstieg am Nachmittag stand am Abend ein Auftritt, der weniger auf Druck als auf Atmosphäre setzte – und genau darin seine Wirkung entfaltete.









