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Nova Rock startet mit Alt-Rock, Mittelalter-Anklängen und einer auffälligen Lücke im Line-up

Redaktionelle Szene zum Thema „Nova Rock startet mit Alt-Rock, Mittelalter-Anklängen und einer auffälligen Lücke im Line-up“

Mit Sex Pistols, Volbeat und Tom Morello hat das Nova Rock in Nickelsdorf am Donnerstag seinen ersten Festivaltag eröffnet. Rund 50.000 Besucherinnen und Besucher werden zu dem viertägigen Rockfestival im Burgenland erwartet, das auch heuer wieder Bier, Schlamm und harte Gitarren zusammenbringt.

Musikalisch setzt der Auftakt auf Bekanntes und Belastbares: Die Sex Pistols stehen für den Punk-Mythos, Volbeat für massentauglichen Metal mit Stadionformat, Tom Morello für einen der prägenden Gitarristen des modernen Rock. Dazwischen und davor prägen kleinere Acts das Programm, das sich über mehrere Bühnen verteilt und den klassischen Nova-Rock-Mix aus Rock, Metal und Crossover bedient.

Der Festivalstart folgt damit einer klaren Linie. Nova Rock verkauft sich seit Jahren nicht über überraschende Pop-Crossover, sondern über große Namen aus der härteren Musik und eine treue Stammklientel, die das Gelände in Nickelsdorf zu einem temporären Ausnahmezustand macht. Das gehört für viele zum Reiz des Festivals ebenso wie der schlammige Untergrund und die infrastrukturellen Belastungen, die mit einem Open-Air-Großereignis dieser Größenordnung einhergehen.

Auffällig bleibt jedoch die Zusammensetzung des Programms: Frauen sind im Line-up des ersten Tages kaum sichtbar. Das ist kein Detail, sondern verweist auf ein Problem, das die Rock- und Metal-Szene seit Jahren begleitet. Obwohl es international längst eine Reihe erfolgreicher Gitarristinnen, Sängerinnen und Frontfrauen gibt, dominieren auf vielen großen Festivals weiterhin Männerbands und männlich geprägte Traditionsacts.

Gerade bei einem Festival mit dieser Reichweite fällt das ins Gewicht. Wer die Gegenwart der harten Gitarrenmusik abbilden will, findet heute weit mehr als die immer gleichen großen Namen aus den vergangenen Jahrzehnten. Dass das Nova Rock zum Auftakt dennoch vor allem auf altbekannte Zugpferde setzt, zeigt die Spannweite zwischen Festivalroutine und der Frage, wie zeitgemäß ein derartiges Line-up im Jahr 2026 noch ist.

Für das Publikum in Nickelsdorf zählt zum Start aber vor allem eines: Der Festivalbetrieb läuft an, die ersten großen Shows stehen an, und das Nova Rock bleibt für vier Tage jener Ort, an dem sich Rockmusik, Massenandrang und Wetterrisiko zum vertrauten Jahresritual verbinden.

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