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Szczepan Twardochs „Sehnsucht“: Ein Roman über Freiheit, Herkunft und den Preis des Handelns

Redaktionelle Szene zum Thema „Szczepan Twardochs „Sehnsucht“: Ein Roman über Freiheit, Herkunft und den Preis des Handelns“

Szczepan Twardoch legt mit Sehnsucht einen Roman vor, der seinen Blick auf Identität, Herkunft und den Freiheitsdrang des Menschen zuspitzt. Das Buch ist bereits 2024 auf Polnisch erschienen und liegt nun in deutscher Übersetzung vor. Im Zentrum steht erneut ein Erzähler, der seine Figuren nicht als autonome Helden, sondern als Getriebene in einem größeren historischen und geistigen Zusammenhang zeigt.

Twardoch, der zuletzt mit seinem Ukraine-Roman auch im deutschsprachigen Raum viel Aufmerksamkeit erhielt, bleibt seiner Linie treu und verschiebt sie zugleich. Seine Bücher sind oft breit angelegt, klar erzählt und zugleich stark verdichtet in ihrem literarischen Bezugssystem. In Sehnsucht geht es nach den vorliegenden Informationen um die Spannung zwischen dem Wunsch nach Selbstbestimmung und den Kräften, die Menschen prägen und begrenzen. Der Roman verhandelt damit ein altes Thema des Autors: Wie frei ist der Mensch tatsächlich, wenn Herkunft, Geschichte und Machtverhältnisse an ihm ziehen?

Die deutsche Fassung stammt erneut von Olaf Kühl, der bereits mehrere Werke Twardochs ins Deutsche übertragen hat. Die Übersetzung ist für die Rezeption des Autors im deutschen Sprachraum von Gewicht, weil Twardochs Sprache und seine historisch aufgeladenen Romane stark von Tonfall und Rhythmus leben. Gerade bei einem Text wie Sehnsucht, der laut Beschreibung auch mit Hegelschen Gedanken vom Weltgeist arbeitet, kommt es auf eine präzise Übertragung an.

Der Roman fügt sich in Twardochs Werk als ambitionierter Versuch ein, persönliche Schicksale mit größeren Ideen zu verbinden. Dabei bleibt der Blick auf den Menschen als Spielball von Kräften gerichtet, die er zwar zu deuten versucht, aber nicht beherrscht. Für Leserinnen und Leser, die Twardochs bisherige Romane kennen, dürfte Sehnsucht daher weniger als Bruch denn als konsequente Zuspitzung seines literarischen Programms lesbar sein.

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