Die Seefestspiele Mörbisch setzen in diesem Sommer auf Travestie, Glitzer und Musical-Handwerk: Mit „Ein Käfig voller Narren“ ist dort eine Inszenierung zu sehen, die Alfons Haider als Zaza beziehungsweise Albin in den Mittelpunkt stellt. An seiner Seite spielt Mark Seibert den Georges. Das Stück verbindet große Showoptik mit klassischem Musicalton und nutzt die Seebühne für eine bewusst opulente Anlage.
Schon der Rahmen passt zur Überschrift des Abends: viel Lila, Treppen und ein Bühnenbild, das auf Auslage setzt. Der Ton der Produktion bleibt dabei vergleichsweise leicht, trotz des Stoffes, der seit Jahrzehnten als Mischung aus Komödie, Familiengeschichte und Plädoyer für Selbstbehauptung gilt. In Mörbisch trägt vor allem Haider die Rolle mit einer sichtbaren, entspannten Präsenz.
„Ein Käfig voller Narren“ gehört zu den bekanntesten Musicaltiteln des französischen Erfolgsautors Jean Poiret, international berühmt vor allem durch die Filmversion „La Cage aux Folles“. Die Geschichte rund um ein schwules Paar und ein turbulentes Familienarrangement hat sich längst als Bühnenerfolg etabliert. Gerade im Open-Air-Rahmen der Seefestspiele gewinnt der Stoff zusätzliche Wirkung, weil große Gesten und klar gezeichnete Figuren dort besonders gut funktionieren.
Musikalisch wirkt der Abend geschlossen und stimmig. Das Ensemble setzt auf klare Nummern, die der Produktion Tempo geben, ohne den Kern des Stücks zu überdecken. In der Wahrnehmung ragt dabei vor allem die Balance zwischen Komik und Wärme heraus: Die Inszenierung will keine Revue nur um der Revue willen sein, sondern ein Musical, das seine Figuren ernst nimmt.
Für Mörbisch ist das auch eine programmatische Entscheidung. Nach Produktionen mit starkem Schauwert bleibt der Seebühne das bewährte Prinzip erhalten: große Fläche, große Bilder, große Emotionen. „Ein Käfig voller Narren“ fügt sich damit in die Linie eines Festivals, das auf populäre Stoffe setzt und sie für das Open-Air-Publikum klar lesbar macht.









