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Solarjahr für junge Menschen: Deutsche Ökonomin wirbt für freiwilligen Klimadienst

Redaktionelle Szene zum Thema „Solarjahr für junge Menschen: Deutsche Ökonomin wirbt für freiwilligen Klimadienst“

Die deutsche Ökonomin Claudia Kemfert wirbt für ein freiwilliges „Solarjahr“ für junge Menschen bis 27 Jahre. Das Modell soll ein Jahr im Dienst des Klimaschutzes ermöglichen und nach ihrer Vorstellung beim Ausbau von Photovoltaik, in Energiegenossenschaften, bei kommunalen Klimaprojekten oder in Schulen eingesetzt werden.

Kemfert skizziert den Vorschlag als Gegenstück zu klassischen Pflichtdiensten. Anders als Wehrpflicht oder Zivildienst, die in Deutschland seit 2011 ausgesetzt sind, wäre das Solarjahr freiwillig. Ziel sei es, junge Menschen praktisch an die Energiewende heranzuführen und zugleich konkrete Projekte vor Ort zu unterstützen.

Der Ansatz ist vor allem wirtschafts- und energiepolitisch interessant, weil er zwei Debatten verbindet: den anhaltenden Fachkräftebedarf in der Energiewirtschaft und die Frage, wie Klimaschutz stärker in Ausbildung und Alltag verankert werden kann. Gerade beim Ausbau erneuerbarer Energien fehlen in vielen Ländern nicht nur Investitionen, sondern auch Personal für Planung, Montage und begleitende Aufklärung.

Freiwilliger Einsatz statt Pflichtdienst

Kemfert denkt das Solarjahr ausdrücklich als freiwilliges Programm. Junge Menschen könnten dabei an Solaranlagen mitarbeiten, in Bürgerenergieprojekten mitwirken oder in Schulen Wissen über Energie und Nachhaltigkeit weitergeben. Der Vorschlag zielt damit nicht nur auf technische Arbeit, sondern auch auf Bewusstseinsbildung und gesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende.

In Österreich stößt die Idee damit zwangsläufig auf die Frage, ob ein solches Modell hier überhaupt anschlussfähig wäre. Ein verpflichtender Dienst ist politisch derzeit nicht absehbar. Ein freiwilliges Klimajahr könnte aber, ähnlich wie bestehende Freiwilligendienste, als Ergänzung zu Ausbildung und Berufseinstieg diskutiert werden. Für die Wirtschaft wäre vor allem relevant, ob ein solches Angebot praktische Kompetenzen vermittelt und zugleich mehr junge Menschen in grüne Berufsfelder bringt.

Der Vorschlag bleibt vorerst ein politischer Impuls aus Deutschland. Er zeigt aber, dass die Suche nach neuen Formaten für Klimaschutz und Beteiligung an Fahrt aufnimmt – gerade dort, wo Energiewende, Ausbildung und gesellschaftliches Engagement zusammen gedacht werden.

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