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Salzburg zählt 910 obdach- und wohnungslose Menschen

Redaktionelle Szene zum Thema „Salzburg zählt 910 obdach- und wohnungslose Menschen“

In Salzburg sind im vergangenen Oktober im Rahmen einer EU-weiten Erhebung 910 obdach- und wohnungslose Menschen gezählt worden. 323 von ihnen schliefen auf der Straße oder in Notschlafstellen, wie die Stadt am Montag bekanntgab. Die Erhebung macht damit sichtbar, wie groß das Problem auch in einer wohlhabenden Landeshauptstadt ist.

Die Stadt Salzburg nahm zum ersten Mal am sogenannten European Homelessness Count teil. Bei der Zählung wurden Menschen erfasst, die in unterschiedlichen Formen von Obdach- und Wohnungslosigkeit leben – also nicht nur jene ohne Dach über dem Kopf, sondern auch Personen in Übergangsunterkünften oder anderen prekären Wohnsituationen. Laut der Stadt dürfte die tatsächliche Zahl noch höher liegen, weil vor allem Frauen oft nicht im öffentlichen Raum sichtbar sind und daher schwerer zu erfassen sind.

Für den zuständigen Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl (KPÖ) ist die Größenordnung ein deutliches Signal. Er verwies auf Handlungsbedarf in der Landeshauptstadt. Die Zahlen sollen nun als Grundlage dienen, um Unterstützungsangebote und Wohnpolitik besser auf die tatsächliche Lage auszurichten.

Erfassung auch in Innsbruck

Der European Homelessness Count wurde heuer nicht nur in Salzburg, sondern auch in Innsbruck durchgeführt. Ziel der Erhebung ist es, Obdach- und Wohnungslosigkeit in Städten vergleichbarer zu machen und ein genaueres Bild über Ausmaß und Struktur des Problems zu bekommen. Gerade in Österreich gilt die tatsächliche Zahl Betroffener seit Jahren als schwer fassbar, weil sich Wohnungslosigkeit oft nicht nur im öffentlichen Raum zeigt, sondern auch in verdeckten Formen wie Couchsurfing oder befristeten Notlösungen.

Die Salzburger Ergebnisse legen nun nahe, dass die Stadt beim Thema Wohnen und sozialer Unterstützung vor einer anhaltenden Aufgabe steht. Besonders relevant ist dabei der hohe Anteil jener, die ganz ohne gesicherten Schlafplatz auskommen müssen. Für die Betroffenen bedeutet das nicht nur Unsicherheit beim Wohnen, sondern oft auch Einschränkungen bei Gesundheit, Arbeitssuche und sozialer Teilhabe.

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