Die Vorarlberger Such- und Rettungseinheit SARUV strebt die Aufnahme in den europäischen Katastrophenschutzmechanismus an. Nach der Zertifizierung nach UN-Standards soll das Team bis 2028 die Voraussetzungen für den nächsten Schritt erfüllen und damit noch enger in internationale Einsätze eingebunden werden.
Die „Search and Rescue Unit Vorarlberg“ kann innerhalb von vier Stunden ausrücken, wenn ein Land nach einer Katastrophe über die EU um Hilfe ersucht. Dann wird das 30 bis 40 Mitglieder umfassende Team vom Innenministerium alarmiert und nach Freigabe durch Bürgermeisterin und Landeshauptmann entsendet. Bekannt wurde die Einheit vor allem durch ihren Einsatz nach den schweren Erdbeben in der Türkei im Jahr 2023.
SARUV wurde im November 2001 gegründet und vereint Einsatzkräfte der Feuerwehr, Hundeführer der Bergrettung mit Suchhunden sowie Notärzte des Roten Kreuzes. Zehn Jahre später wurde die Einheit als erstes ehrenamtliches Such- und Rettungsteam Österreichs nach UN-Standards zertifiziert. Nun soll die Aufnahme in den EU-Katastrophenschutzmechanismus folgen.
Einheitliche Standards für internationale Einsätze
Die Einbindung in das europäische System würde aus Sicht von SARUV die Zusammenarbeit mit anderen Rettungs- und Hilfsteams erleichtern. Die Einheit wäre damit Teil eines europaweit einheitlichen Ablaufs – von der Alarmierung bis zur Finanzierung der Einsätze. Für eine ehrenamtlich organisierte Organisation sei das besonders wichtig, sagte Markus Mayr, der bei SARUV mitarbeitet und Kommandant der Feuerwehr Rankweil ist.
Auch die politische Rückendeckung ist da: EU-Kommissar Magnus Brunner besuchte am Montag anlässlich des 25-jährigen Bestehens die Einsatzzentrale in Rankweil. Er bezeichnete SARUV als Beispiel dafür, wie europäische Solidarität in der Praxis funktioniere. Vorarlberg leiste damit einen wichtigen Beitrag für Europa und darüber hinaus, sagte Brunner.
Mehr als zehn Milliarden Euro für Katastrophenschutz
Brunner verwies zudem auf die finanzielle Absicherung des europäischen Katastrophenschutzes. Für die kommenden Jahre seien europaweit mehr als zehn Milliarden Euro für Katastrophenschutz und Krisenvorsorge vorgesehen. Es sei wichtig, auf Einsätze vorbereitet zu sein und im Ernstfall Hilfe über nationale Grenzen hinweg leisten zu können.









