Ryanair will die Ticketpreise im Sommergeschäft senken, nachdem der Gewinn des irischen Billigfliegers im abgelaufenen Quartal kräftig zurückgegangen ist. Konzernchef Michael O’Leary stellte für die wichtige Reisesaison günstigere Tarife in Aussicht, um die Nachfrage anzukurbeln.
Der Schritt kommt für Europas größte Billigairline in einer Phase, in der das Geschäft zwar weiter läuft, die Erträge aber unter Druck geraten sind. Ryanair hatte zuletzt mit einem schwächeren Ergebnis und einem vorsichtigeren Ausblick auf den Sommer aufgewartet. Für Billigflieger ist die Hauptreisezeit besonders wichtig, weil ein großer Teil des Jahresgewinns in den Ferienmonaten erzielt wird.
O’Leary setzt dabei offenbar darauf, dass niedrigere Preise mehr Passagiere in die Maschinen bringen. Ryanair hat in den vergangenen Jahren regelmäßig von hoher Nachfrage und begrenztem Angebot profitiert, doch der Markt wird in diesem Sommer von stärkerem Preiswettbewerb geprägt. Die Airline gilt als besonders preissensibel und reagiert traditionell schnell auf eine schwächere Buchungslage mit Rabattaktionen.
Im Hintergrund bleibt auch die operative Sicherheit ein Thema. O’Leary musste bei der Präsentation der Zahlen auf einen Vorfall vom 10. Juli eingehen, bei dem auf einem Flug von Thessaloniki nach Memmingen kurz nach dem Start eine Fensterscheibe einer Boeing 737-800 zerbrach. Die Maschine kehrte danach nach Thessaloniki zurück, nachdem es zu einem Druckverlust gekommen war. Der Vorfall zeigte, wie rasch technische Zwischenfälle den Flugbetrieb und die öffentliche Wahrnehmung eines Billigfliegers belasten können.
Für Ryanair steht damit nicht nur die Erholung der Nachfrage im Mittelpunkt, sondern auch der Versuch, die Auslastung in der Sommerphase hoch zu halten. Ob die niedrigeren Tickets ausreichen, um den Gewinndruck zu begrenzen, wird sich erst mit den nächsten Buchungszahlen zeigen.









