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Red Bull unter Druck: Wie weit trägt das Erfolgsmodell noch?

Redaktionelle Szene zum Thema „Red Bull unter Druck: Wie weit trägt das Erfolgsmodell noch?“

Red Bull steht vor einer Phase wachsender Unsicherheit. Das österreichische Unternehmen, das mit Energiegetränken zum globalen Markenphänomen wurde, muss sich nicht nur in einem hart umkämpften Getränkemarkt behaupten, sondern auch die internationale Expansion und sein sportliches Engagement unter neuen Vorzeichen steuern. Der jüngste Anlass dafür ist der mögliche Abgang von Jürgen Klopp aus dem Red-Bull-Universum Richtung deutscher Fußballverband.

Klopp ist seit Anfang 2025 als „Global Head of Soccer“ für Red Bull tätig und damit für die sportliche Ausrichtung des Konzerns im Fußball zuständig. Das umfasst nach den bekannten Strukturen acht Klubs weltweit, darunter RB Leipzig und Red Bull Salzburg. Nun wird erwartet, dass der frühere Liverpool-Trainer zu einem Wechsel zum Deutschen Fußball-Bund bereit ist. Für Red Bull wäre das mehr als ein personeller Verlust: Klopp ist einer der bekanntesten Namen im internationalen Fußball und sollte der Marke im Sport zusätzliche Strahlkraft verleihen.

Sport als Marketingmotor

Red Bull hat sein Wachstum über Jahre nicht nur mit Getränken, sondern auch mit einem aggressiven Marketingmodell und gezielten Sportinvestitionen abgesichert. Der Konzern ist in der Formel 1 ebenso präsent wie im Fußball und hat seine Markenidentität eng mit Tempo, Leistung und Risikobereitschaft verknüpft. Gerade im Fußball sollte Klopp dem Unternehmen helfen, diesen Auftritt weiter zu professionalisieren und international zu schärfen.

Der Konzern verwaltet heute ein Netzwerk aus Klubs in Europa, Südamerika, Nordamerika und Asien. Das Modell hat Red Bull in vielen Märkten Sichtbarkeit verschafft, ist aber auch immer wieder auf Kritik gestoßen, weil es wirtschaftliche Stärke und sportliche Identität eng miteinander verschränkt. Mit Klopp an der Spitze des Fußballbereichs wollte Red Bull diesen Bereich stärker bündeln und sportlich glaubwürdiger aufstellen.

Wachstum stößt an Grenzen

Gleichzeitig wächst der Druck auf das Kerngeschäft. Red Bull erzielt zwar weiterhin hohe Umsätze, doch der globale Markt für Energy Drinks ist härter geworden. Konkurrenzprodukte drängen nach, große Getränkehersteller investieren in eigene Wachstumsmarken, und in mehreren Märkten wird der Wettbewerb über Preis, Distribution und Innovation intensiver. Für Red Bull wird es damit schwieriger, die außergewöhnliche Marktmacht der vergangenen Jahre einfach fortzuschreiben.

Hinzu kommt, dass das Unternehmen längst nicht mehr nur als Getränkekonzern wahrgenommen wird. Die Sportstrategie ist ein zentraler Teil der Marke, aber auch ein Kostenfaktor und ein Reputationsrisiko. Wenn eine Schlüsselfigur wie Klopp ausfällt, zeigt sich, wie stark das System auf einzelne Namen und auf persönliche Strahlkraft zugeschnitten ist. Für Red Bull ist das ein Test, ob das Modell auch ohne den ganz großen Star an der Spitze dieselbe Wirkung entfalten kann.

Die Frage, wie hoch Red Bull noch fliegen kann, ist damit nicht nur sportlich gemeint. Sie betrifft auch die wirtschaftliche Reichweite eines Unternehmens, das aus einer Nische heraus zu einer der bekanntesten Marken der Welt geworden ist und nun beweisen muss, dass sein Erfolgsmodell mehr ist als ein gut inszenierter Höhenflug.

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