Die Raiffeisen Bank International (RBI) will sich über eine Klage gegen die russische Miteigentümerin der Strabag Zugriff auf Anteile am heimischen Baukonzern sichern. Hintergrund ist der hohe Schaden, den die Bank in Russland erlitten hat und nun in Österreich ausgleichen will. Für die Strabag könnte das Verfahren auf eine Verschiebung der Eigentümerstruktur hinauslaufen.
Die RBI hatte in Russland zuletzt mit erheblichen Belastungen zu kämpfen. Mit dem Schritt versucht das Institut, einen Teil dieser Verluste nicht im Ausland, sondern über Vermögenswerte in Österreich zu kompensieren. Im Zentrum steht dabei die Beteiligung der russischen Seite an der Strabag, einem der größten Baukonzerne des Landes mit Sitz in Österreich.
Die Klage bringt eine seit Jahren festgefahrene Russland-Causa erneut in Bewegung. Für die RBI geht es um die Frage, ob sie ihre Forderungen in Österreich durchsetzen kann. Für die Strabag steht zugleich zur Debatte, ob und wie sich die Eigentümerverhältnisse verändern könnten, falls die Anteile tatsächlich verwertet werden.
Die Auseinandersetzung hat auch eine wirtschaftspolitische Dimension. Raiffeisen zählt zu den westlichen Banken mit der stärksten Präsenz in Russland, gleichzeitig ist der Spielraum für einen geordneten Rückzug seit Beginn des Ukraine-Kriegs immer kleiner geworden. Die aktuelle Klage ist daher nicht nur ein Bilanzthema, sondern auch ein Versuch, die offenen Risiken aus dem Russland-Geschäft zu begrenzen.
Wie rasch das Verfahren vorankommt und ob es tatsächlich zu einem Zugriff auf Strabag-Anteile kommt, ist offen. Klar ist aber: Mit dem juristischen Schritt erhöht die RBI den Druck auf die russische Eigentümerseite – und auf einen Konzern, dessen Aktionärsstruktur schon länger für Spannungen sorgt.









