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Privat genutzte Firmenwagen in Vorarlberg binnen zehn Jahren verdoppelt

Redaktionelle Szene zum Thema „Privat genutzte Firmenwagen in Vorarlberg binnen zehn Jahren verdoppelt“

In Vorarlberg hat sich die Zahl der privat genutzten Firmenwagen binnen zehn Jahren auf 6700 Fahrzeuge verdoppelt. Der Verkehrsclub Österreich kritisiert das System als sozial unausgewogen und klimapolitisch falsch gesetzt, weil von der Begünstigung vor allem gutverdienende Beschäftigte profitieren.

Firmenwagen, die auch privat genutzt werden dürfen, zählen in Österreich zu den geldwerten Vorteilen aus dem Dienstverhältnis. Für die Berechnung des Sachbezugs gibt es zwar Regeln, doch aus Sicht von Verkehrsexperten begünstigen sie weiterhin vor allem jene, die ohnehin ein höheres Einkommen haben. Besonders deutlich sei das im Vergleich mit Arbeitnehmern, die kein solches Dienstauto bekommen und die gesamten Mobilitätskosten selbst tragen müssen.

Steuerlicher Vorteil für Besserverdienende

Der Streit um den „privaten“ Firmenwagen dreht sich seit Jahren um die Frage, wer von der Regelung tatsächlich profitiert. Für Unternehmen sind Dienstautos ein wichtiger Bestandteil der Entlohnung, für viele Beschäftigte ersetzen sie zumindest teilweise ein höheres Gehalt. Kritiker sehen darin aber auch einen indirekten Zuschuss zum Pkw-Verkehr, der die private Autonutzung zusätzlich attraktiv macht.

Gerade in einem kleinen Bundesland wie Vorarlberg zeigt die Entwicklung, wie stark das Modell verbreitet ist. 6700 privat genutzte Firmenwagen bedeuten nicht nur mehr Fahrzeuge auf den Straßen, sondern auch zusätzliche Belastungen für Verkehr, Klima und öffentliche Infrastruktur. Der Verkehrsclub Österreich verweist in diesem Zusammenhang auf mehrere Ungerechtigkeiten im bestehenden System, das aus seiner Sicht falsche Anreize setzt.

Debatte über Lenkungswirkung und Kosten

Wirtschaftlich ist das Thema heikel, weil Firmenwagen in vielen Branchen als Teil des Pakets im Wettbewerb um Fachkräfte gelten. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob steuerliche Vergünstigungen noch zur heutigen Verkehrspolitik passen. Während Unternehmen und Beschäftigte den Vorteil häufig als legitimen Lohnbestandteil sehen, argumentieren Kritiker mit der fehlenden Treffsicherheit der Förderung.

Die Entwicklung in Vorarlberg dürfte die politische Debatte über die Behandlung von Dienstautos weiter anfachen. Denn je stärker privat nutzbare Firmenwagen verbreitet sind, desto größer wird auch der finanzielle und ökologische Effekt des Systems.

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