Österreichs Wirtschaft wird nach Einschätzung des Instituts für Höhere Studien (IHS) bis 2030 im Schnitt nur um rund ein Prozent pro Jahr zulegen. Für die Jahre davor und danach erwartet das Institut einen verhaltenen Verlauf: Nach einer Rezession in den beiden Vorjahren habe die Konjunktur 2025 zwar wieder auf den Wachstumspfad gefunden, die Erholung bleibe aber schwach.
Für 2025 rechnet das IHS mit einer allmählichen Belebung, nachdem die Wirtschaft zuletzt unter schwacher Nachfrage, hoher Unsicherheit und rückläufigem Vertrauen gelitten hat. Belastend wirken nach Einschätzung der Ökonomen weiterhin die nach wie vor spürbaren Folgen der Teuerung, auch wenn sich die Lage schrittweise entspannen sollte.
Inflation sinkt nur langsam
Bei der Inflation erwartet das IHS ebenfalls nur eine langsame Normalisierung. Erst 2028 soll die Teuerungsrate wieder bei zwei Prozent liegen. Bis dahin dürfte sie zwar sinken, aber länger über dem Zielwert bleiben. Der Rückgang der Inflation ist aus Sicht der Ökonomen eine Voraussetzung dafür, dass die Kaufkraft der Haushalte wieder anzieht und der private Konsum kräftiger wird.
Gerade der Konsum soll sich in den kommenden Jahren erholen. Das IHS geht davon aus, dass die privaten Ausgaben mit nachlassender Teuerung bis 2030 im Schnitt um etwa 0,75 Prozent pro Jahr wachsen. Das wäre zwar ein Plus, aber kein Treiber für einen dynamischen Aufschwung.
Wachstum bleibt im historischen Vergleich schwach
Die Prognose fällt auch im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit zurückhaltend aus. Für die fünf Jahre vor dem neuen Ausblick hatte das IHS im Schnitt noch ein Wachstum von 1,9 Prozent angenommen. Der nun erwartete Wert von rund einem Prozent zeigt, dass Österreich nach dem Rückschlag der vergangenen Jahre vorerst auf einem niedrigen Wachstumspfad bleibt.
Dass die Erholung nur schleppend verläuft, hängt auch mit den zuletzt gestiegenen Inflationsraten und den eingetrübten Vertrauensindizes zusammen. Auslöser war unter anderem der Krieg zwischen Israel und Iran, der die Energie- und Preiserwartungen zwischenzeitlich belastet hat. Solche Verwerfungen sollten nach Einschätzung des IHS aber nur vorübergehend wirken, sofern der Konflikt nicht erneut eskaliert.
Für Unternehmen und Haushalte bedeutet das vor allem eines: Die wirtschaftliche Lage verbessert sich zwar, aber nur langsam. Von einer kräftigen Aufholbewegung ist Österreich nach dieser Prognose bis 2030 weit entfernt.









