Österreichs Tourismus soll in den kommenden Jahren stärker auf Ganzjahresangebote, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ausgerichtet werden. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) stellte am Montag die Ziele bis 2035 vor und warnte davor, sich trotz der Rekordbuchungen aus dem Vorjahr auf den Erfolgen auszuruhen.
Der Kern der Strategie ist ein Umbau weg von einer stark saisonabhängigen Auslastung hin zu mehr Angeboten über das gesamte Jahr. Damit soll die Branche unabhängiger von Spitzenzeiten werden und auch in schwächeren Monaten mehr Gäste anziehen. Der Fokus auf KI soll dabei helfen, Angebote besser zu steuern, Gäste gezielter anzusprechen und Betrieben organisatorische Arbeit abzunehmen.
Für die österreichische Tourismuswirtschaft ist das ein zentraler wirtschaftspolitischer Punkt: Die Branche zählt zu den wichtigsten Arbeitgebern des Landes und ist in vielen Regionen ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung. Gerade dort, wo Wintersaison und Sommersaison stark auseinanderklaffen, gilt eine breitere Ausrichtung als entscheidend, um Betriebe und Beschäftigung stabiler zu machen.
Zehetner machte mit ihrem Verweis auf die Buchungsrekorde zugleich deutlich, dass der Aufschwung nicht als Selbstläufer gilt. Hohe Nachfrage allein reiche nicht, wenn sich das Geschäft weiterhin auf wenige Monate konzentriere und der internationale Wettbewerb um Gäste und Fachkräfte weiter zunehme. Der geplante Umbau zielt daher auch darauf, den Standort Österreich langfristig wettbewerbsfähig zu halten.
Der stärkere Einsatz von digitalen Technologien passt in diese Linie. KI kann im Tourismus etwa bei der Auslastungsplanung, bei personalisierten Angeboten oder in der Kommunikation mit Gästen eingesetzt werden. Für viele Betriebe könnte das helfen, Prozesse zu beschleunigen und knappe Ressourcen effizienter zu nutzen. Entscheidend wird sein, ob auch kleinere und mittlere Unternehmen von diesen Entwicklungen profitieren können.
Mit den bis 2035 ausgerichteten Zielen stellt die Bundesregierung den Tourismus damit stärker auf Strukturwandel als auf reine Wachstumszahlen ab. Für Regionen und Betriebe heißt das: mehr Flexibilität, mehr Angebote außerhalb klassischer Spitzenzeiten und ein deutlicherer Einsatz digitaler Werkzeuge.









