Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Österreichs Ebola-Vorsorge konzentriert sich auf Klinik Favoriten

Redaktionelle Szene zum Thema „Österreichs Ebola-Vorsorge konzentriert sich auf Klinik Favoriten“

Nach dem Ebola-Verdachtsfall einer 19-jährigen Oberösterreicherin ist in Österreich vorerst Entwarnung gegeben. Die Frau war nach ihrer Rückkehr aus Uganda in einem Linzer Spital vorstellig geworden, am Freitagnachmittag wurde sie in Wien negativ auf das Virus getestet. Der Fall lenkt den Blick auf die Frage, wie das heimische Gesundheitssystem mit einer möglichen Ebola-Infektion umgehen würde.

Im Zentrum der österreichischen Vorsorge steht die Klinik Favoriten in Wien. Dort verfügt die Medizinische Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin über nach eigenen Angaben die einzigen drei speziell ausgestatteten Hochsicherheitszimmer im Land, in denen hochinfektiöse Erkrankungen wie Ebola behandelt werden können. Die Räume sind mit mehrstufigen Schleusensystemen und Unterdrucktechnik ausgestattet, damit Erreger den Behandlungsbereich nicht verlassen können.

Versorgt werden solche Patientinnen und Patienten ausschließlich von speziell geschulten Teams in umfassender Schutzausrüstung. Die Abläufe für Verdachts- und Infektionsfälle seien klar definiert, regelmäßig trainiert und laufend weiterentwickelt, heißt es aus dem Wiener Gesundheitsverbund. Zusätzlich gibt es in der Klinik sieben weitere Isolationszimmer, die auf denselben Sicherheitsstandard gebracht werden können.

Bis zu 60 Betten könnten umgestellt werden

Im Ernstfall wäre es laut Wiener Gesundheitsverbund möglich, die gesamte Abteilung mit rund 60 Betten entsprechend umzurüsten. Damit wäre die Klinik Favoriten die erste Anlaufstelle für schwere Infektionsfälle dieser Art in Österreich. Die Einrichtung gilt seit Jahren als zentrale Adresse für hochinfektiöse Krankheiten und wird auch bei Verdachtsfällen in die Abklärung eingebunden.

Ebola ist eine seltene, aber schwer verlaufende Viruserkrankung, die vor allem dann Aufmerksamkeit auslöst, wenn Rückkehrer aus betroffenen Regionen Symptome zeigen. Dass der Verdachtsfall in Oberösterreich rasch als negativ bestätigt wurde, unterstreicht vor allem eines: Das österreichische System hat klare Wege für die Erstaufnahme, Abklärung und mögliche Weiterbehandlung solcher Patienten. Die entscheidende Rolle spielt dabei Wien, wo die spezialisierten Kapazitäten gebündelt sind.

Diesen Artikel teilen