Hohe Temperaturen setzen vielen Beschäftigten im Arbeitsalltag zu: Knapp zwei Drittel der Teilnehmer einer laufenden Online-Befragung des ÖGB berichten, dass sie bei der Arbeit oft oder fast täglich unter Hitze leiden. Besonders betroffen sind demnach nicht mehr nur einzelne Branchen, sondern zahlreiche Arbeitsplätze quer durch verschiedene Bereiche.
Nach Angaben des Gewerkschaftsbundes arbeiten rund 30 Prozent der Beschäftigten bei Temperaturen von mindestens 33 Grad, elf Prozent sogar bei mehr als 36 Grad. Lediglich sieben Prozent gaben an, unter angenehmen oder empfohlenen Temperaturen tätig zu sein. Der ÖGB stützt sich dabei auf eine noch laufende Befragung, an der sich bisher rund 2400 Beschäftigte beteiligt haben.
Unfallrisiko steigt, Leistung sinkt
Die gesundheitlichen und arbeitsorganisatorischen Folgen sind laut den erhobenen Angaben deutlich: Bereits bei 32,5 Grad steigt die Unfallgefahr um sechs Prozent. Ab 35 Grad sind Leistungseinbußen von bis zu 50 Prozent zu erwarten. Damit rückt Hitze am Arbeitsplatz auch als Sicherheitsfrage stärker in den Vordergrund.
Die Befragung zeigt zudem einen klaren Wunsch nach besseren Schutzmaßnahmen. Rund 63 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer befürworten Hitzebeauftragte. Eine Kühlung steht bei 56 Prozent auf der Wunschliste. Mehr als jede zweite befragte Person wünscht sich außerdem die Einbindung des Betriebsrats sowie Sonnenschutzfolien.
Viele Betriebe setzen bereits auf einfache Maßnahmen
Schon jetzt greifen viele Unternehmen zu Gegenmaßnahmen. Der Großteil der Betriebe setzt laut ÖGB auf natürliche Kühlung. 44 Prozent der Befragten gaben an, dass es Beschattung gebe. 43 Prozent nannten kühle Getränke am Arbeitsplatz, in 38 Prozent der Fälle wurden klimatisierte Fahrzeuge oder Pausenräume angegeben.
Die Debatte über Hitze am Arbeitsplatz dürfte angesichts immer häufiger heißer Sommertage an Gewicht gewinnen. Für Beschäftigte in Innenräumen ebenso wie auf Baustellen, in Fahrzeugen oder in anderen hitzeanfälligen Bereichen stellt sich damit zunehmend die Frage, wie Arbeitsfähigkeit und Sicherheit bei hohen Temperaturen gewährleistet werden können.









