Die ÖBB verschieben den viergleisigen Ausbau zwischen Wien Meidling und Mödling sowie die Anbindung des Flughafenasts um zwei Jahre. Der Abschnitt in Niederösterreich soll nun erst 2037 fertig werden, der Baustart ist laut neuem Rahmenplan für Ende 2029 statt Ende 2027 vorgesehen.
Mit der Verschiebung trifft der Sparkurs im Bahnsektor auch die Ostregion deutlich. Der Ausbau gehört zu den zentralen Vorhaben im südlichen Nahverkehrskorridor rund um Wien, wo die bestehende Strecke seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Mit mehr Gleisen sollen dort sowohl der Regional- als auch der Fernverkehr entlastet werden.
Hintergrund ist der neue ÖBB-Rahmenplan, den der Ministerrat nach zähen Verhandlungen zwischen Koalition und Ländern am Mittwoch beschlossen hat. Das milliardenschwere Ausbauprogramm für das Schienennetz wird im Zuge der Budgetkonsolidierung zurückgefahren. Welche Projekte im Detail verschoben werden, war zuletzt offen geblieben.
Dass der Ausbau zwischen Meidling und Mödling nach hinten rutscht, ist für Pendler und den Bahnverkehr in der Ostregion besonders relevant. Die Strecke zählt zu den wichtigsten Zufahrten in den Wiener Raum und ist für den Verkehr Richtung Süden und für den Flughafenanschluss von Bedeutung. Mit der Verschiebung verzögert sich damit auch jene Entlastung, die mit dem viergleisigen Ausbau erreicht werden sollte.
Der neue Zeitplan ist auch das Ergebnis der Verteilungskämpfe innerhalb des Bahnprogramms. Nach Angaben aus dem Umfeld der Planungen setzte sich Tirol mit dem Brenner-Nordzulauf durch, während andere Vorhaben im Osten zurückgestellt werden mussten. Für die ÖBB bedeutet das, dass das vorhandene Investitionsvolumen nun stärker auf einzelne Großprojekte konzentriert wird.









