Die geplante Reform der ÖBB verzögert sich. Im Verkehrsministerium liegt zwar längst ein Vorschlag der Konzernführung auf, doch innerhalb der Koalition gibt es noch keine Einigung über die künftige Struktur des Staatskonzerns. Damit werden die Weichen für die größte Umgestaltung seit Jahren später gestellt als ursprünglich erwartet.
Ausgangspunkt ist ein Konzept der ÖBB-Holding, das Vorstand und Aufsichtsrat vor einigen Wochen an das Ministerium übermittelt haben. Es sieht laut den vorliegenden Informationen vor, die Zahl der Gesellschaften im Konzern zu reduzieren und auch die Zahl der Vorstände in den Teilkonzernen zu verringern. Gleichzeitig soll die Holding mehr Macht erhalten und stärker zentral steuern.
ÖBB-Holdingchef Andreas Matthä treibt die Reform ein Jahr vor dem Ende seiner Amtszeit voran. Auch Finanzchefin Judith Waldner dürfte nach der Umgestaltung einen weiteren Vorstandskollegen bekommen. Wie die künftige Führungsstruktur im Detail aussieht, ist aber noch offen, weil die politischen Partner unterschiedliche Vorstellungen haben.
Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) hatte schon im Frühjahr angekündigt, den ÖBB-Konzern reformieren zu wollen. Anders als bei früheren Reformprojekten überließ er die Ausarbeitung diesmal weitgehend den ÖBB selbst. Nun muss die Politik entscheiden, wie weit die Zentralisierung gehen und wie stark die Holding künftig in die einzelnen Bereiche eingreifen soll.
Für den Konzern geht es dabei um mehr als eine interne Neuordnung. Eine schlankere Struktur könnte Entscheidungswege verkürzen und Doppelgleisigkeiten abbauen, zugleich aber auch die Machtverhältnisse innerhalb des Unternehmens verschieben. Die ÖBB zählen zu den größten öffentlichen Unternehmen des Landes, ihre Organisation ist damit auch für den Staat als Eigentümer von Bedeutung.
Wann die Reform tatsächlich beschlossen wird, ist derzeit offen. Klar ist nur: Die Debatte über die künftige Struktur der ÖBB ist angelaufen, die politische Einigung lässt aber noch auf sich warten.









