Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen nach einer neuen Studie jedes Jahr Umwelt- und Klimaschäden in Milliarden- bis Billionenhöhe. Allein ihr Konsum schlägt den Forschern zufolge mit Kosten zwischen 1,7 und 5,7 Billionen US-Dollar zu Buche. Berechnet wurden die Belastungen von Wissenschaftern der Universität Leiden und der Universität Oxford.
Die Analyse, die im Fachjournal Communications Sustainability veröffentlicht wurde, beziffert die Schäden durch drei große Belastungsfaktoren: Erderwärmung, Artensterben und den Verbrauch von Süßwasser. Damit wird laut den Autoren sichtbar, wie stark der Lebensstil und Konsum wohlhabender Bevölkerungsgruppen die Umwelt überproportional belasten.
Ungleiche Verteilung der Umweltkosten
Die Studie ordnet die Verantwortung nach Einkommensgruppen und kommt zu dem Schluss, dass nicht die gesamte Weltbevölkerung gleichermaßen zu den ökologischen Folgekosten beiträgt. Während besonders konsumstarke Gruppen einen sehr hohen Anteil an den Schäden verursachen, tragen ärmere Bevölkerungsgruppen deutlich weniger dazu bei, sind aber häufig stärker von den Folgen betroffen.
Für die Berechnung legten die Forscher die mit dem Konsum verbundenen Auswirkungen auf Klima, Ökosysteme und Wasserressourcen zusammen. Der große Kostenspielraum erklärt sich den Angaben zufolge auch daraus, dass sich Umweltfolgen in vielen Bereichen nur schwer exakt monetär fassen lassen.
Folge für die Debatte um Klimapolitik
Die Ergebnisse liefern neuen Stoff für die Diskussion über die Finanzierung von Klimaschutz und Umweltpolitik. Wenn ein kleiner, besonders wohlhabender Teil der Weltbevölkerung überdurchschnittlich viele Schäden verursacht, steigt aus Sicht der Autoren der Druck auf Politik und Unternehmen, diese Gruppen stärker in die Pflicht zu nehmen.
Im Raum stehen dabei vor allem strengere Vorgaben für besonders emissions- und ressourcenintensive Konsummuster sowie eine gerechtere Verteilung der Kosten des Umbaus. Die Studie reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Untersuchungen ein, die die Klimafrage auch als Verteilungsfrage behandeln.
Für die weltweite Umweltpolitik ist das Ergebnis brisant: Es verweist darauf, dass die größten Belastungen nicht nur aus der Masse des Konsums entstehen, sondern vor allem aus sehr hohem Verbrauch in den wohlhabendsten Gesellschaftsgruppen.









