Im Übernahmepoker um die Addiko Bank hat die slowenische Nova Ljubljanska Banka (NLB) ihr Angebot angehoben und damit die Offerte der Raiffeisen Bank International (RBI) deutlich übertroffen. Damit bekommt der seit Wochen laufende Wettbewerb um die im österreichischen Markt relevante Spezialbank eine neue Dynamik.
Die Addiko Bank mit Sitz in Wien ist seit Längerem Ziel strategischer Interessen. Dass nun die NLB nachlegt, verschiebt das Kräfteverhältnis im Bieterverfahren erneut. Für die Addiko-Aktionäre rückt damit nicht nur die Höhe des Angebots, sondern auch die Frage nach der weiteren strategischen Ausrichtung des Instituts in den Vordergrund.
Mehr als nur der Preis
Im Ringen um die Bank dürfte der Kaufpreis allein nicht entscheiden. Bei Übernahmen dieser Größenordnung spielen auch Faktoren wie Zustimmung der Aufsicht, regulatorische Hürden und die künftige Einbettung der Addiko Bank in die jeweilige Konzernstruktur eine Rolle. Gerade in einem Umfeld, in dem Banken in Südosteuropa und im Alpen-Adria-Raum um Marktanteile und Präsenz kämpfen, zählt auch die strategische Logik eines solchen Zukaufs.
Die RBI ist als etablierter österreichischer Bankkonzern in der Region präsent, die NLB gilt als einer der stärksten Banktitel Sloweniens. Dass beide Institute um Addiko konkurrieren, unterstreicht die Attraktivität des Hauses für Käufer, die ihr Geschäft im Retail- und Firmenkundensegment ausbauen wollen.
Für die Anleger bleibt nun entscheidend, ob die höheren Offerten weiter steigen oder ob sich einer der beiden Interessenten zurückzieht. Der Ausgang des Bietergefechts könnte damit auch ein Signal für weitere Konsolidierungen im regionalen Bankensektor werden.









