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Niceshops trotzt Amazon mit Wachstum, Bewerberandrang und Heimkehrern

Redaktionelle Szene zum Thema „Niceshops trotzt Amazon mit Wachstum, Bewerberandrang und Heimkehrern“

Der steirische Onlinehändler Niceshops hat im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord von 169 Millionen Euro erzielt und gleichzeitig mehr als 1000 Bewerbungen auf elf offene Stellen erhalten. In einer Branche, die von Preisdruck, internationaler Konkurrenz und schwächerem Konsum geprägt ist, entwickelt sich das Unternehmen damit gegen den Trend.

Niceshops mit Sitz in der Steiermark zählt zu den bekanntesten österreichischen E-Commerce-Anbietern. Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben stark auf Vertrauen, Unternehmenskultur und flache Hierarchien. Genau das dürfte zu einem Teil erklären, warum sich aktuell so viele Bewerber melden – und warum auch Fachkräfte, die zuvor aus beruflichen Gründen weggezogen sind, wieder in die Heimat zurückkehren.

Für den Onlinehandel ist das ein bemerkenswerter Befund. Große Plattformen wie Amazon dominieren zwar weiterhin weite Teile des Marktes, doch Niceshops zeigt, dass spezialisierte Händler mit klarer Positionierung und regionaler Verankerung bestehen können. Entscheidend ist dabei offenbar nicht nur das Sortiment, sondern auch die Attraktivität als Arbeitgeber.

Wachstum trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Der Umsatz von 169 Millionen Euro markiert für Niceshops einen neuen Höchststand. Das Unternehmen profitiert damit von einem Geschäftsmodell, das nicht allein auf Masse und Preis setzt, sondern auf Markenaufbau, Kundennähe und eine eigene Identität. Gerade im Onlinehandel ist das ein Faktor, der gegen die schiere Marktmacht globaler Konzerne helfen kann.

Der starke Bewerberandrang unterstreicht zugleich, dass der Kampf um Arbeitskräfte auch im E-Commerce an Bedeutung gewonnen hat. Elf offene Stellen und mehr als 1000 Bewerbungen sprechen für eine hohe Bekanntheit des Unternehmens, aber auch für seine Anziehungskraft am Arbeitsmarkt. In einer Zeit, in der viele Betriebe händeringend Personal suchen, ist das für einen Handelsbetrieb keine Selbstverständlichkeit.

Dass Rückkehrer aus dem Ausland oder aus anderen Regionen wieder in die Heimat ziehen, passt zu einem Trend, der in Teilen der Wirtschaft an Bedeutung gewinnt: Beschäftigte suchen vermehrt nach Arbeitsplätzen mit Stabilität, klaren Werten und planbaren Lebensbedingungen. Niceshops scheint davon zu profitieren, ohne sich als klassischer Großkonzern zu positionieren.

Für den steirischen Standort ist das auch wirtschaftspolitisch relevant. Ein expandierender Onlinehändler schafft nicht nur Jobs, sondern bindet Wertschöpfung in der Region. Gerade für die Steiermark, wo Technologie, Handel und Logistik zunehmend ineinandergreifen, ist das ein Signal, dass auch abseits der großen internationalen Plattformen Wachstum möglich bleibt.

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