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Mercedes-Beschäftigte protestieren gegen Sparkurs und längere Arbeitszeiten

Redaktionelle Szene zum Thema „Mercedes-Beschäftigte protestieren gegen Sparkurs und längere Arbeitszeiten“

Rund 20.000 Beschäftigte von Mercedes-Benz haben in Baden-Württemberg gegen den geplanten Sparkurs des Autobauers demonstriert. Bei einer Kundgebung in Sindelfingen stellten sich Betriebsrat und Gewerkschaft am Freitag gegen Arbeitsplatzabbau und eine Verlängerung der Arbeitszeit. Der Konflikt trifft einen der wichtigsten deutschen Autohersteller in einer Phase, in der die Branche ohnehin unter Absatzschwäche, Kosten- und Wettbewerbsdruck steht.

Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali sagte, die Beschäftigten seien mit den Plänen des Vorstands und einem Abbau des Sozialstaats nicht einverstanden. Das Management wolle hart erkämpfte Errungenschaften zurückdrehen, das sei keine Grundlage für weitere Gespräche. Die Proteste richteten sich damit nicht nur gegen mögliche Einschnitte beim Personal, sondern auch gegen veränderte Arbeitsbedingungen.

Mercedes-Benz hatte bereits in den vergangenen Monaten angekündigt, seine Kosten in der Produktion und in der Verwaltung senken zu wollen. Die Gewerkschaft IG Metall wertet den Konflikt als Teil einer größeren Auseinandersetzung in der deutschen Autobranche. Sie kündigte einen „heißen Sommer“ an und stellte weitere Aktionen in Aussicht.

Der Protest in Sindelfingen zeigt, wie angespannt die Lage zwischen Konzernführung und Belegschaft geworden ist. Für Mercedes-Benz geht es dabei um die Frage, wie sich der Konzern angesichts schwächerer Nachfrage, hoher Investitionen in Elektromobilität und steigendem Wettbewerbsdruck aufstellt. Für die Beschäftigten steht dagegen im Raum, ob der Umbau der Autoindustrie vor allem über Arbeitszeit, Löhne und Stellen gesichert werden soll.

Wie weit der Konflikt eskaliert, dürfte auch davon abhängen, ob sich Management und Arbeitnehmerseite in den kommenden Gesprächen annähern. Die Demonstration in Baden-Württemberg ist jedenfalls ein klares Signal, dass die Belegschaft die geplanten Einschnitte nicht widerspruchslos akzeptieren will.

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