Der Bundesrechnungshof hat die Wirtschaftskammern mit scharfer Kritik an Abrechnungen, hohen Rücklagen und Spitzengehältern konfrontiert. Besonders die Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ) bekam demnach in einem Prüfbericht konkrete Empfehlungen mit auf den Weg – darunter auch den Hinweis, Kontrollorgane nicht zum Essen einzuladen.
Der Vorwurf zielt auf den Umgang mit Aufwendungen und auf die Frage, wie strikt die Kammer interne und externe Kontrolle voneinander trennt. Der Rechnungshof bemängelte nach den vorliegenden Angaben mangelnde Transparenz bei Abrechnungen, überhöhte Rücklagen und sehr hohe Bezüge an der Spitze der Organisation. Damit gerät die Kammer in eine Debatte über die Verwendung der Pflichtbeiträge ihrer Mitglieder.
Kritik an Transparenz und Rücklagen
Im Prüfbericht steht nicht nur die Höhe der Kammergelder im Fokus, sondern auch die Nachvollziehbarkeit der Buchungen. Der Rechnungshof drängte auf klarere Regeln und sparsameren Umgang mit Ressourcen. Die Kritik an den Rücklagen deutet darauf hin, dass die Kontrolleure die finanzielle Ausstattung der Kammer als zu üppig bewerten.
Die WKOÖ ist in diesem Zusammenhang besonders exponiert, weil der Bericht offenbar auch konkrete Verhaltensweisen und interne Gepflogenheiten anspricht. Die Formulierung, Kontrollorgane nicht zum Essen einzuladen, verweist auf mögliche Nähe zwischen geprüften Stellen und Prüfern. Solche Kontakte können den Eindruck von mangelnder Distanz erzeugen, auch wenn sie nicht automatisch einen Regelverstoß bedeuten.
Kammerdirektor verweist auf Einordnung
WKOÖ-Direktor Gerald Silberhumer setzte die Empfehlungen den Angaben zufolge im Gespräch mit der OÖ-„Krone“ in einen Zusammenhang. Damit dürfte die Kammer versuchen, die Kritik des Rechnungshofs einzuordnen und ihre Position zu den beanstandeten Punkten darzustellen. Der Prüfbericht selbst erhöht den Druck auf die Wirtschaftskammer, bei Abrechnungen, Rücklagen und Repräsentationsausgaben nachzuschärfen.
Für die Kammer ist das heikel: Als Interessenvertretung der Unternehmen wird sie aus Pflichtbeiträgen finanziert und steht deshalb unter besonderer öffentlicher Beobachtung. Gerade bei Bezügen der Führungsebene und beim Umgang mit Reserven sind die Erwartungen an Sparsamkeit und Transparenz hoch. Die Rechnungshofkritik dürfte die Diskussion darüber, wie die Kammer mit den Mitteln ihrer Mitglieder wirtschaftet, weiter anfachen.









