Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat auf abfällige Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump scharf reagiert und jede Form von Unterwürfigkeit zurückgewiesen. „Ich und Italien betteln keinen an“, sagte Meloni demnach in der aufgeheizten Debatte, die nach einem Interview Trumps neue Irritationen in den Beziehungen zwischen Rom und Washington ausgelöst hat.
Ausgangspunkt der Verwerfungen waren spöttisch gemeinte Aussagen Trumps über Meloni und Italien, die in Rom als diplomatische Entgleisung gewertet wurden. In italienischen Regierungskreisen wurde daraufhin an einer raschen Beruhigung gearbeitet, um den Schaden für das bilaterale Verhältnis zu begrenzen. Meloni selbst stellte klar, dass Italien kein Land sei, das sich bei Partnern anbiedere oder um Wohlwollen werbe.
Die Reaktion fällt in eine Phase, in der Italiens Regierung auf ein funktionierendes Verhältnis zu den USA angewiesen ist. Rom zählt im transatlantischen Lager zu den verlässlichsten Unterstützern Washingtons, zugleich versucht Meloni seit ihrem Amtsantritt, sich als Gesprächspartnerin mit guten Drähten in konservative Kreise der USA zu positionieren. Genau dieses Bild droht nun durch die öffentlichen Spitzen Schaden zu nehmen.
Für Meloni ist die Affäre auch innenpolitisch heikel. Die Regierungschefin setzt stark auf ihre Rolle als selbstbewusste Vertreterin italienischer Interessen in Europa und gegenüber den USA. Jeder Eindruck, Italien werde von Washington herabgesetzt, spielt ihr politisch kaum in die Karten. Entsprechend deutlich fiel ihre Abwehr aus.
Ob die diplomatischen Spannungen rasch abklingen, hängt nun davon ab, ob aus den verbalen Spitzen mehr wird als ein kurzer Ausrutscher. In Rom dürfte man jedenfalls bemüht sein, die Auseinandersetzung nicht zu einer Belastungsprobe für die engen Beziehungen zwischen Italien und den USA werden zu lassen.









