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Martin Piekar erzählt in „Vom Fällen eines Stammbaums“ von Liebe unter schwierigen Bedingungen

Redaktionelle Szene zum Thema „Martin Piekar erzählt in „Vom Fällen eines Stammbaums“ von Liebe unter schwierigen Bedingungen“

Martin Piekars Roman Vom Fällen eines Stammbaums erzählt die Geschichte eines Sohnes und seiner pflegebedürftigen, zugewanderten Mutter als eng verschränkte Familienerzählung. Im Mittelpunkt stehen Marcin und Regina, deren Alltag von Krankheit, Herkunft und Abhängigkeit geprägt ist.

Der deutsche Lyriker polnischer Abstammung hat das Buch als literarisches Denkmal für seine Mutter angelegt. Der Roman umfasst 460 Seiten und verbindet die Figur des Marcin eng mit der Biografie des Autors, der 1990 geboren wurde und dessen Name am Cover steht.

Schon der Titel signalisiert, dass Piekar keine glatte Familiengeschichte schreibt. Die Beziehung zwischen Sohn und Mutter wird als schwierig, aber nicht als hoffnungslos gezeigt. Marcin und Regina seien unter erschwerten Umständen glücklich, heißt es sinngemäß in der Darstellung des Buchs.

Im Zentrum steht damit weniger eine klassische Handlung als eine familiäre Konstellation, die von Migration und Pflege bestimmt ist. Piekar führt diese Erfahrung in eine literarische Form, die persönliche Erinnerung, Gegenwart und Verlust miteinander verbindet. Dass die Mutter im Roman bereits gestorben ist, verleiht dem Text eine zusätzliche Ebene des Abschieds.

Als Lyriker wechselt Piekar hier ins Prosafach und nutzt den Roman, um ein Lebensverhältnis auszubreiten, das in zwei Büchern Stoff geboten hätte. Stattdessen verdichtet er die Erfahrung in einem einzigen, umfangreichen Text. Daraus entsteht eine Familiengeschichte, die in ihrer Intimität ebenso von Fürsorge wie von Überforderung erzählt.

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