Neun Monate nach dem spektakulären Juwelenraub im Pariser Louvre soll die Apollo-Galerie am Mittwoch wieder zugänglich sein. In dem prunkvollen Saal werden vorerst jedoch keine Schmuckstücke mehr gezeigt; sie sollen in einem fensterlosen Tresorraum aufbewahrt werden. Von der Beute fehlt weiter jede Spur.
Die Wiedereröffnung betrifft einen der bekanntesten Räume des Museums. Die Apollo-Galerie gilt als Schauplatz königlicher Repräsentation und beherbergte bislang jene kostbaren Stücke, die den Diebstahl im vergangenen Herbst überhaupt erst so folgenschwer machten. Mit der erneuten Öffnung will der Louvre den Betrieb in dem betroffenen Bereich normalisieren, ohne das Risiko einer neuerlichen Entwendung einzugehen.
Der Einbruch hatte weit über Frankreich hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt, weil im Louvre nicht nur Kunstwerke, sondern auch besonders wertvolle Juwelen Ziel des Diebstahls gewesen waren. Dass die Stücke nach wie vor nicht aufgetaucht sind, verstärkt den Druck auf die Ermittler ebenso wie auf das Museum, das seine Sicherheitsvorkehrungen seitdem überprüft haben dürfte.
Die Entscheidung, die Juwelen vorerst aus dem Ausstellungsbetrieb zu nehmen, markiert einen sichtbaren Einschnitt für die Sammlung. Die Apollo-Galerie soll damit zwar wieder als Besuchsraum zurückkehren, aber nicht in jener Form, die den Saal zuvor als sogenannte Prunkgalerie auszeichnete. Für Besucher bedeutet das eine Rückkehr des Raums selbst, nicht aber der geraubten Exponate.
Der Louvre gehört zu den meistbesuchten Museen der Welt; Vorfälle wie dieser treffen daher nicht nur das Haus selbst, sondern auch das kulturelle Selbstverständnis Frankreichs. Die Wiedereröffnung der Galerie dürfte deshalb auch als Signal verstanden werden, dass der Museumsbetrieb trotz des Raubs weitergeht – wenn auch unter veränderten Bedingungen.









