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Jüdisches Museum Wien zeigt erste reine Online-Ausstellung

Redaktionelle Szene zum Thema „Jüdisches Museum Wien zeigt erste reine Online-Ausstellung“

Das Jüdische Museum Wien hat mit „Die Migration der Dinge“ seine erste reine Online-Ausstellung eröffnet. Im Zentrum stehen jüdische Objekte aus der Sammlung, deren Wege oft weit über Wien hinausführten und die in der digitalen Schau als Teil größerer Migrations-, Handels- und Erinnerungsgeschichten gezeigt werden.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit Judaica und fragt nach den Stationen einzelner Stücke: Wie konnte ein dänischer Rabbiner die Spaltung der Wiener Judenschaft verhindern? Warum wurde eine jüdische Gemeinde in Jerusalem nach dem burgenländischen Mattersdorf benannt? Und wie gelangte der Kaufmann Jakob Rosenthal von Jassy, dem heutigen Iași in Rumänien, über Bombay nach Wien, wo er Ritualobjekte für eine Synagoge stiftete?

Das Museum will mit der digitalen Präsentation Wien als „Knotenpunkt globaler Wege“ sichtbar machen. Damit rückt nicht nur die Geschichte einzelner Objekte in den Blick, sondern auch das Geflecht aus persönlichen Lebenswegen, religiösen Netzwerken, Handelsbeziehungen und historischen Umbrüchen, das diese Objekte geprägt hat.

Barbara Staudinger, Direktorin des Jüdischen Museums Wien, sieht in dem Format einen zentralen Bestandteil der Digitalstrategie des Hauses. Online-Ausstellungen reichten weit über Stadt- und Landesgrenzen hinaus und könnten mehr leisten, als bloß einzelne Objektgeschichten aneinanderzureihen, sagte sie.

Mit der neuen Schau setzt das Museum auf ein Format, das den Zugang zur Sammlung unabhängig vom Besuch vor Ort ermöglicht. Für ein Haus mit international verflochtener jüdischer Geschichte passt das Thema auch inhaltlich: Viele der gezeigten Objekte erzählen nicht nur von Wien, sondern von Wanderungen zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien.

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