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Johnny Knoxville und das letzte große Risiko

Redaktionelle Szene zum Thema „Johnny Knoxville und das letzte große Risiko“

Johnny Knoxville, 1971 als Philip John Clapp in Knoxville im US-Bundesstaat Tennessee geboren, meldet sich noch einmal mit dem zurück, was ihn berühmt gemacht hat: mit kalkulierter Selbstverletzung, Slapstick und einer Form von Körperkomik, die immer auch an ihre Grenzen geht. Der 53-jährige Schauspieler und Stuntman steht im Mittelpunkt von „Jackass: Einer geht noch“, dem vorerst letzten Teil der Reihe, die aus einer TV-Sendung zu einem popkulturellen Dauerbrenner wurde.

Knoxville war in den 1990er-Jahren zunächst auf der Suche nach einer Schauspielkarriere, bevor er sich mit einem ungewöhnlichen Selbstversuch von der Masse abhob: Er testete Schutz- und Abwehrwaffen wie Elektroschocker, Pfefferspray und schusssichere Westen am eigenen Körper und versuchte, seine Erfahrungen im Gonzo-Stil an Magazine zu verkaufen. Aus dieser Mischung aus Wagemut, Schmerzbereitschaft und Showtalent entwickelte sich jene Handschrift, die später „Jackass“ prägte.

Die Reihe machte Knoxville und sein Team international bekannt, weil sie das Prinzip der Grenzüberschreitung zur Unterhaltung erhob. Über Jahre hinweg wurden aus immer riskanteren Stunts und Demütigungen Filme und Fernsehformate, die zugleich Kultstatus und Kritik erzeugten. Knoxville wurde dabei zur zentralen Figur eines Projekts, das sich bewusst gegen klassische Hollywood-Regeln stellte und seinen Reiz aus der Frage bezog, wie weit man für einen Lacher gehen kann.

Dass Knoxville nun erneut vor die Kamera tritt, wirkt auch wie ein spätes Wiederaufgreifen jener Selbstversuchslogik, die seine Karriere begründet hat. Der Unterschied: Der Körper ist älter, die Verletzungen der vergangenen Jahre sind sichtbarer, und das Spiel mit der Gefahr hat einen anderen Ton als zu Beginn der „Jackass“-Ära. Gerade darin liegt die Spannung dieses neuen Auftritts: Er knüpft an ein bekanntes Prinzip an, ohne die eigene Biografie ausblenden zu können.

Für die Popkultur bleibt Knoxville damit eine Figur zwischen Albernheit und Selbstzerstörung, zwischen Komik und Schmerz. „Jackass: Einer geht noch“ markiert nicht nur einen weiteren Auftritt, sondern auch einen Schlusspunkt unter ein Format, das über zwei Jahrzehnte hinweg immer wieder gezeigt hat, wie weit Reality-Exzess und Körperkomik im Mainstream getragen werden können.

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