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Innsbruck setzt auf neues Wohnmodell für Lehrlinge und Studierende

Redaktionelle Szene zum Thema „Innsbruck setzt auf neues Wohnmodell für Lehrlinge und Studierende“

In Innsbruck sollen Lehrlinge und Studierende künftig in einem gemeinsamen Wohnprojekt unterkommen. Die Stadt setzt dabei auf ein neues Kooperationsmodell, das zwei Gruppen mit besonders angespanntem Zugang zum Wohnungsmarkt unter einem Dach zusammenführt und das Wohnen zu einem deutlich günstigeren Preis ermöglichen soll.

Das Projekt ist auf eine WG-ähnliche Nutzung ausgelegt: Junge Menschen aus Ausbildung und Studium wohnen in einem neuen Gebäude Tür an Tür. Damit richtet sich das Angebot an jene, die in Tirols Landeshauptstadt besonders oft mit hohen Mieten und knappem Angebot konfrontiert sind. Für Innsbruck, wo Wohnraum seit Jahren zu den größten Kostentreibern zählt, ist das Modell vor allem auch ein Signal an Betriebe, Schulen und Hochschulen.

Der Ansatz ist in Österreich ungewöhnlich, weil Lehrlinge und Studierende in einem gemeinsamen Haus zusammengebracht werden. Solche Modelle sind bisher kaum verbreitet, obwohl gerade beide Gruppen häufig nach leistbaren Einzelzimmern oder kleinen Wohneinheiten suchen. Für Lehrlinge kommt hinzu, dass sie oft aus dem Umland oder aus anderen Bundesländern nach Innsbruck ziehen müssen und am freien Markt rasch an finanzielle Grenzen stoßen.

Leistbares Wohnen als Standortfaktor

Für die Stadt ist das Projekt auch wirtschaftspolitisch relevant. Leistbares Wohnen gilt inzwischen als Voraussetzung dafür, dass Ausbildung in Innsbruck überhaupt attraktiv bleibt. Wer in der Stadt ein Studium oder eine Lehre beginnt, entscheidet sich nicht nur für einen Ausbildungsort, sondern auch für die Frage, ob Wohnen, Mobilität und Alltag finanzierbar sind.

Gerade in Tirol hat die Diskussion um Wohnkosten zuletzt weiter an Schärfe gewonnen. In Innsbruck ist der Markt klein, die Nachfrage hoch und leistbarer Wohnraum knapp. Projekte wie dieses zielen deshalb nicht nur auf soziale Entlastung, sondern auch auf Fachkräfteentwicklung: Sie sollen den Standort für junge Menschen besser nutzbar machen und Abbrüche oder Pendelzwänge reduzieren.

Das neue Wohngebäude ist damit mehr als ein Studentenheim mit Zusatznutzen. Es soll eine Lücke schließen, die sich zwischen klassischem Wohnbau, privat finanzierten Mietwohnungen und den begrenzten bestehenden Wohnangeboten für junge Menschen auftut. Ob das Modell Schule macht, wird auch davon abhängen, wie stark es von Lehrbetrieben, Ausbildungsstätten und der Zielgruppe angenommen wird.

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