Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im Mai weniger stark verschlechtert als befürchtet. Der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex sank zwar um 0,6 Punkte auf 51,6 Zähler, blieb damit aber über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Das deutet weiter auf eine leichte Ausweitung der Industrieaktivität hin.
Der Wert liegt damit zwar unter dem Vormonat, signalisiert aber zugleich, dass die Konjunktur in der Industrie nicht so stark an Schwung verliert wie von vielen Ökonomen erwartet worden war. Für die Eurozone ist das vor allem deshalb relevant, weil die Industrie in den vergangenen Quartalen immer wieder unter schwacher Nachfrage, hohen Finanzierungskosten und geopolitischen Unsicherheiten gelitten hat.
Stimmungsbild bleibt regional sehr unterschiedlich
Nach den von S&P Global veröffentlichten Daten fällt das Bild in der Währungsunion weiterhin höchst unterschiedlich aus. Während einzelne Länder und Branchen robuster abschneiden, bleibt die Lage in anderen Teilen der Eurozone deutlich schwächer. Der Index gilt als Frühindikator für Produktion, Aufträge und Beschäftigung und wird von den Märkten genau beobachtet.
Belastet wird die Industrie derzeit auch durch die Folgen des Iran-Kriegs. Solche geopolitischen Spannungen schlagen sich nicht nur in höheren Unsicherheiten nieder, sondern können auch Lieferketten, Energiepreise und Investitionsentscheidungen beeinflussen. Für exportorientierte Unternehmen in der Eurozone ist das ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor.
Der Mai-Wert von 51,6 Punkten zeigt damit ein ambivalentes Bild: Die Industrie bleibt knapp im Expansionsbereich, doch von einer breiten Erholung ist der Sektor noch entfernt. Entscheidend wird sein, ob sich Auftragseingänge und Produktion in den kommenden Monaten stabilisieren oder ob geopolitische Risiken und die schwache Weltkonjunktur wieder stärker durchschlagen.









